Moskau in der Bredouille: Niedriger Ölpreis setzt den Rubel unter Druck

25. März 2020
Moskau in der Bredouille: Niedriger Ölpreis setzt den Rubel unter Druck
WIRTSCHAFT

Moskau. Rußland ächzt derzeit unter einem historischen Ölpreis-Tiefstand. Am Mittwoch vergangener Woche fiel dieser wegen der augenblicklich geringen Nachfrage auf den tiefsten Stand seit 18 Jahren. Jetzt ist die Schlüsselfrage, wie lange diese Situation anhält. Experten wollen auch eine größere Wirtschaftskrise als Folge des tiefen Ölpreises nicht ausschließen.

Alexandr Bachtin, Investitionsstratege der russischen Bank Premier BKS, sprach jetzt in einem Interview mit dem russischen Nachrichtenportal RT Klartext. Er erklärte: „Wenn der Ölpreis in einem halben Jahr auf ein angemessenes Niveau von etwa 40 bis 50 Dollar pro Barrel zurückkehrt, dann kommen wir gerade nochmal davon. Wenn es sich um eine langanhaltende Krise für ein oder zwei Jahre mit extrem niedrigen Ölpreisen handelt, wird es für Rußland eine große Herausforderung sein.“

Laut Bachtin liegt der mögliche Tiefstpreis bei 20 US-Dollar pro Barrel. Aber selbst unter diesen Umständen könnte sich die russische Wirtschaft aufgrund ihrer erheblichen Gold- und Devisenreserven sowie der Bestände des nationalen Vermögensfonds bis zu einem Jahr über Wasser halten. Falls selbst diese Reserven erschöpft wären, könnte Rußland jedoch eine „schwere Wirtschaftskrise“ erleben.

Der jüngste Ölpreisabsturz hat unterdessen auch den Rubel auf fast ein Vierjahrestief fallen lassen. Experten wie Alexandr Belchuk, Professor an der russischen Außenhandelsakademie, hält die Situation aber für vorübergehend. Es sei „unwahrscheinlich, daß unsere Währung in unmittelbarer Zukunft weiter fallen wird“. Belchuk geht außerdem davon aus, daß „die für den Druck auf den Rubel verantwortlichen Ölpreise nicht lange auf derartigen Tiefständen verbleiben können“. (mü)

Quelle: zuerst.de vom 25.03.2020


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3 Kommentare zu Moskau in der Bredouille: Niedriger Ölpreis setzt den Rubel unter Druck

  1. Kleiner Grauer sagt:

    Mit niedrigen Preisen macht man Umsatz. Weil sich jeder das Produkt leisten kann. Keiner kauft ein Auto wenn der Liter Berzin teurer ist als das Auto! Wenn hier eine „Währung“ unter Druck steht dann dieser verlogene Euro. Von dem Anfangs zur Stütze 40 Milliarden monatlich gedruckt wurden und nun schon im dritten oder vierten Jahr 60 Milliarden! Geld ist Masse, Masse ist Physik-Masse kann nicht verschwinden! Wohin verschwinden jeden Monat 60 000 Millionen Euro zusätzlich zum Bruttosozialprodukt. Auf dem Ruben sieht man auch kein Copyright Zeichen!

  2. gerhard sagt:

    Wieviele Male sollte Russland allein wegen niedriger Ölpreise schon Pleite sein….

  3. birgit sagt:

    Das geht dem Russen am A… vorbei. Unsere Qualitätsmedien hat es noch nicht gemerkt.
    Die können auch autark leben, bloß mal nebenbei.

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