Europa – Aus Angst vor Abschiebung: Flüchtlingskinder in Schweden simulierten Krankheiten

 

Aus Angst vor Abschiebung: Flüchtlingskinder in Schweden simulierten Krankheiten
Ein Flüchtlingsjunge auf einem Rollstuhl fährt während eines Polizeieinsatzes in einem Flüchtlingslager vor Bereitschaftspolizisten vorbei. (Symbolbild)

Politik und Medizin beschäftigten sich in Schweden mit apathischen Flüchtlingskindern, die ihre Sprach- und motorischen Fähigkeiten verloren. Ärzte diagnostizierten eine Krankheit. Ein Journalist deckt auf, die Eltern hätten ihre Kinder gezwungen zu simulieren.

Als Aufgabesyndrom (Schwedisch: Uppgivenhetssyndrom) wurde das Phänomen bezeichnet, welches Flüchtlingskinder betraf, denen eine Abschiebung drohte. Die Kinder verloren ihre Fähigkeit zu kommunizieren, eigenständig zu essen, und auch die motorischen Fähigkeiten kamen abhanden. Manche mussten künstlich ernährt werden.

Sie verfielen in einen Zustand, der einem Wachkoma ähnelte. Erstmalig trat dies vor 15 Jahren auf. Zwischen 2003 und 2005 gab es 400 Kinder, bei denen ein solches Aufgabesyndrom diagnostiziert wurde.

Mediziner konnten keine Krankheiten bei den Kindern feststellen. Man war sich uneins, ob es sich um einen Betrug handelte oder um eine ernstzunehmende Erkrankung, hervorgerufen durch die psychische Belastung der Familien, bald abgeschoben zu werden. Die Behörden und die Politik einigten sich dennoch darauf, dass es sich um eine Erkrankung handele. Es betraf besonders häufig diejenigen Familien, die ihren Kampf um ein Bleiberecht in Schweden verloren hatten.

Der schwedische Journalist Ola Sandstigs brach mit einem Tabu und machte dieses Phänomen zum Thema seines Buches „Die apathischen Kinder und der Betrug an der Gesellschaft“ (De apatiska barnen – och samhället som svek). Hier kommen erstmals Polizisten und Ärzte namentlich zu Wort und berichten über ihre Erfahrungen mit den betroffenen Kindern. Jetzt – nachdem einige Jahre vergangen sind – wagen sie es, mit ihren Erfahrungen an die Öffentlichkeit zu gehen, so der Autor. Sandstig wirft den Ärzten und Behörden vor, sich entgegen den Behauptungen nicht dem Schutz der Kinder gewidmet zu haben, sondern stattdessen der Eltern, die ihre Kinder schädigten.

Aus Sandstigs Recherchen wird auch deutlich: Es war eine kleine Gruppe von Ärzten, die die Gesundheitsbehörde überzeugt hatten, die Kinder seien durch das „im Stich gelassen sein“ erkrankt. Nachgeprüft wurde dieser Befund nicht.

Dem Arzt Bertil Rosenquist fiel die Aufgabe zu, die Familien bei den Abschiebungen medizinisch zu versorgen. Er erhielt die langen medizinischen Berichte. Manche hatten zwei Jahre in dem komatösen Zustand verbracht. In den medizinischen Befunden wurde gewarnt, dass die Kinder womöglich auf dem Flug sterben könnten.

In den Medien war die Rede von einem Skandal. Schweden würde schwerkranke Kinder mit ihren Familien abschieben.

Rosenquist konnte in den Stunden, die er die Familien betreute, keine Erkrankungen feststellen. Die Kinder schienen gesund. Wenn die Eltern und die Kinder weiter voneinander entfernt im Flugzeug saßen, konnte er beobachten, dass diese nach ein paar Stunden ihre Augen öffneten und langsam – die Flüge dauerten zwischen vier und fünf Stunden, hinzu kamen die Wartezeiten – das Leben in sie zurückkehrte. Die Eltern hätten vermutlich die Kinder unter Drogen gesetzt.

Ein Auszug aus dem Buch:

Ich hatte einen 15 Jahre alten Jungen, der völlig apathisch war. Ich rieb seine Brust, ich drückte an seinen Ohrläppchen, aber er reagierte nicht. Aber als ich ein EKG nahm, fing der Junge zu weinen an. Er öffnete seinen Mund und fragte: Herr Doktor, können Sie für einen Moment bei mir bleiben?“

Der Junge brach sein Schweigen und teilte dem Arzt die ganze Geschichte mit. Er hatte ein normales Leben in Schweden und liebte Sport. Aber als die Ablehnung des Asylantrags kam, sagte ihm sein Vater, er sei die einzige Chance für die Familie, damit sie nicht alle in die Heimat – nach Georgien – abgeschoben würden. Er müsse sich krank stellen. Er musste von da an im Bett bleiben. Unter der Woche erhielt die Familie mehrere Male Besuch vom Pflegepersonal. Es gab sogar eine Vorrichtung, damit der Junge in den Rollstuhl gehoben werden konnte. Rosenquist ging mit dem Jungen hinaus. Der Vater war erbost über das Verhalten seines Sohnes, der sich nun nicht mehr in einem apathischen Zustand befand, und schrie den Arzt und den Sohn an. Die Polizei brachte den Vater daraufhin in einen anderen Raum.

Was die Eltern ihren Kindern antaten, machte Sandstig in einem Bericht deutlich, der 2019 veröffentlicht wurde. Darin kommt ein Mann zu Wort, der berichtet, wie er sich als Minderjähriger das Leben nehmen wollte, weil seine Eltern ihn zwangen, ein Jahr lang im Rollstuhl zu sitzen.

Im letzten Jahr gab es noch 60 Kinder in Schweden, bei denen das Aufgabesyndrom diagnostiziert wurde. Auch in dem inzwischen abgebrannten Flüchtlingslager Moria tauchten Berichte über apathische Flüchtlingskinder auf. 

Quelle: Russia Today (RT) vom 27.09.2020 


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Ein Kommentar zu Europa – Aus Angst vor Abschiebung: Flüchtlingskinder in Schweden simulierten Krankheiten

  1. Ulrike sagt:

    Da gehören die Alten in den Knast. Sowas mit ihren Kindern zu machen ist Körperverletzung im höchsten Grad. Da sieht man die Liebe zu ihren Balgen……
    Egoistisches Pack.

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