Warum China Milliarden in ein Programm zur Wetterkontrolle steckt — und das Nachbarstaaten nervös macht

 China Photos / Freier Fotograf via getty images

Die Versuche der Wetterbeeinflussung sind so alt wie die Menschheit. Wie gut die Wetterkontrolle aber tatsächlich funktioniert, ist bis heute umstritten.

Besonders hervorgetan hat sich in diesem Bereich China. Dort will man in den nächsten Jahren Milliarden Euro in die Technologie investieren.

Doch viele Nachbarn blicken mit Sorge auf das chinesische Programm — und fühlen sich bedroht.

Alle brauchen Regen. Zu wenig Niederschläge führen zu Dürren und können die Existenz ganzer Zivilisationen bedrohen. Zu viel Regen kann allerdings ebenfalls Ernten zerstören und Gebiete überfluten und unbewohnbar machen. Versuche, das Wetter entsprechend der eigenen technischen Möglichkeiten zu beeinflussen, wurden daher seit jeher von Menschen unternommen.

 Die Technik wird bereits seit Jahren eingesetzt

So gab und gibt es Regentänze in vielen Kulturen der Welt: von den Cherokee-Stämmen in Nordamerika über die alten Ägypter bis ins Bulgarien des 20. Jahrhunderts. Tänze, Riten und Opfer sollten die Wettergottheiten milde stimmen und dazu bewegen, die gewünschte Menge Regen zum gewünschten Zeitpunkt niedergehen zu lassen. Besonders gefährliche Gewitter und Hagelwolken versuchte man zunächst mit Pfeil und Bogen, später dann mit geweihten Projektilen und Kanonenschüssen zu zerstreuen. Bis heute werden in Teilen Europas symbolisch Kirchglocken geläutet, um Städte und Dörfer vor Unwetter zu bewahren.

In Maßnahmen wie diesen mischten sich mythische Vorstellungen von Regenhexen und Naturgöttern mit neuen technischen Möglichkeiten und physikalischen Erkenntnissen. Spätestens seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts aber ist klar: Das Wetter lässt sich tatsächlich beeinflussen. Nicht durch Kanonendonner oder Kruzifixe, wohl aber durch Silberjodid: eine chemische Verbindung aus Silber und Iod. Dieses kann eine Wolke zum Abregnen zwingen.

Die praktische Umsetzbarkeit ist umstritten

Uneinigkeit besteht allerdings in der Frage wie — beziehungsweise ob — sich dieses theoretische Wissen auch praktisch anwenden lässt. Inzwischen ist das Verteilen des Silberjodid mittels Flugzeugen, Raketen und Artilleriegeschützen zwar technisch möglich, doch manche Wissenschaftler bezweifeln, dass die für einen spürbaren Effekt notwendigen Mengen praktisch aufgebracht werden können.

Während in der Vergangenheit einige Studien zu uneindeutigen Ergebnissen kamen, ob die Art, das Wetter zu beeinflussen, gelingt, haben andere keinerlei bedeutsamen Effekt nachweisen können. Erschwerend kommt hinzu, was jeder aus der Alltagserfahrung kennt: Wettervorhersagen über mehrere Stunden voraus sind extrem unzuverlässig. Daher lassen sich die Ergebnisse der „Wolken-Impfungen“ empirisch schwer beurteilen, denn ein auf eine Wettermanipulation folgender Regen ist noch keineswegs ein Beleg für deren Wirksamkeit — mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit hätte es ohnehin geregnet.

Fraglos gab es in den vergangenen Jahren jedoch enorme technische Fortschritte in der Wetterbeeinflussung. CNN berichtet davon, dass die neue Generation der Wettermanipulationstechnik in den USA eindeutig nachweisbare Effekte erzielt und Firmen inzwischen Millionen für Wetterbeeinflussungen zahlen. Ganz besonders stark investiert jedoch ein anderes Land in die Wettermanipulation: die Volksrepublik China.

Ein mobiler chinesischer Raketenwerfer zur Wetterbeeinflussung.
Ein mobiler chinesischer Raketenwerfer zur Wetterbeeinflussung. 

 TPG / Kontributor via getty images

Schon vor Jahren, kurz vor der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele 2008, ließ die Regierung dort Regenwolken beschießen — in der Hoffnung, dass diese sich dadurch abregneten und die perfekt inszenierte Eröffnungsfeier nicht ins Wasser fallen würde. Wie erfolgreich diese Maßnahmen tatsächlich waren, ist aber weiterhin umstritten.

China hat zwischen 2012 und 2017 bereits über 1,3 Milliarden Euro in diese Technologie investiert. Doch damit nicht genug; Anfang Dezember 2020 gab die Regierung bekannt, dank „Durchbrüchen in der Grundlagenforschung“ bis 2025 ein Wettermodifikation-System entwickeln zu wollen, dass 5,5 Millionen Quadratkilometer Land verlässlich mit künstlichen Niederschlägen versorgen soll — eineinhalb mal die Fläche von Indien.

Einerseits soll diese Technologie der chinesischen Landwirtschaft helfen auf die Veränderungen des Klimawandels mit häufiger werdenden Dürren zu reagieren. Andererseits sollen vor allem die extrem niederschlagsarmen Hochplateaus im Norden und Osten des Landes beregnet werden. Diese Regionen sind nach wie vor wirtschaftlich stark unterentwickelt. Seit Jahren bereits betreibt die Regierung im Rahmen der „Go West“ Programms ein intensives Entwicklungsprogramm, damit diese armen Regionen zum wohlhabenderen Osten des Landes aufschließen können.

Chinas Programm ist keine innenpolitische Angelegenheit

Doch ob das Programm im Einklang mit dem Prinzip der Harmonie zwischen Mensch und Natur steht, welches Xi Jinping zu einer Leitlinie der chinesischen Politik erhoben hat, ist durchaus fraglich. Welche langfristigen Wirkungen eine großflächige Manipulation des Wetters in entfernten Regionen nach sich ziehen könnte, ist bei einem so komplizierten System wie dem des Wetters völlig unklar.

Bereits 2009 führte ein Versuch der Wettermanipulation möglicherweise zu einem unerwarteten Schneesturm, in dem ganz Peking versank. Der in der Meteorologie zum Einsatz kommenden Schmetterlingstheorie zufolge können bereits kleine Änderungen im lokalen Wetter zu unabsehbaren globalen Konsequenzen führen. Die Folgen eines solchen Großprojekts sind daher kaum abzusehen — und keineswegs nur auf China beschränkt.

Denn es ist auch klar, dass Regenwolken nicht im großen Maßstab erzeugt werden können. Möglich scheint bisher nur, bereits Vorhandene zum Abregnen zu zwingen. Das heißt aber auch, dass die Regionen, in denen sie sich eigentlich abgeregnet hätten, leer ausgehen. Ein ergrüntes chinesisches Hochland hätte also mit Sicherheit ein noch trockeneres Wetter im ohnehin niederschlagsarmen zentralasiatischen Hochland zur Folge; etwa in der Mongolei oder Kasachstan.

Eine "Wolkenimpfung" per Flugzeug durch Malaysische Streitkräfte.
Eine „Wolkenimpfung“ per Flugzeug durch Malaysische Streitkräfte. 

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Die Nationaluniversität des von China beanspruchten Inselstaates Taiwan warnte daher bereits 2019 davor, dass „das Fehlen einer angemessenen Koordination von Wetterveränderungsaktivitäten (könnte) zu Vorwürfen des ‚Regenklaus‘ zwischen benachbarten Regionen führen“.

Doch das Szenario ließe sich noch weiter drehen: Sollte sich die Technik tatsächlich als so effizient wie behauptet erweisen, könnte es zu einem regelrechten Regenkrieg kommen, indem sich Länder gegenseitig den Niederschlag wahlweise vorenthalten oder sich überfluten. Ein Szenario, in welchem China definitiv die Oberhand behalten wollen würde.

Doch die strategischen Auswirkungen der Technologie könnten sich als noch unmittelbarer erweisen. Vor allem im Hochgebirge würde die Kontrolle der Niederschläge zu einem entscheidenden militärischen Vorteil führen, da sie die Truppenbewegungen des Gegners unmöglich machen könnten.

China möchte seine technische Vormachtstellung ausbauen

Deshalb sieht sich in erster Linie auch Indien durch die chinesische Ankündigung bedroht, denn die beiden Nachbarn haben einen seit Jahrzehnten schwelenden Grenzkonflikt im Hochgebirge des Himalajas, der erst vor kurzer Zeit wieder blutig eskalierte.

Ob sich die Technologie tatsächlich solch bahnbrechende Fortschritte gemacht hat, wie von chinesischer Seite verkündet wurde, bleibt abzuwarten. Während man sich dessen in der kommunistischen Partei Chinas offenbar sicher ist und weitere Milliarden in die eigene technische Vormachtstellung investiert, sind viele westliche Experten sind nach wie vor skeptisch.

Doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass diese Fragen in Zukunft mehr diskutiert werden müssen — und dass die 1977 verabschiedete UNO-Resolution zum Verbot der „militärisch motivierten Wetterkontrolle“ offenbar nicht ausreichend ist. Denn selbst wenn es nicht um eine kriegerische Auseinandersetzung geht, muss die Verteilung des Wassers global geregelt werden, bevor die technischen Möglichkeiten dazu vollständig ausgereift sind. Ansonsten droht es wohl nach dem bekannten Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ abzulaufen.

Quelle: businessinsider.de vom 18.12.2020

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6 Kommentare zu Warum China Milliarden in ein Programm zur Wetterkontrolle steckt — und das Nachbarstaaten nervös macht

  1. gerhard sagt:

    Ich lese immer nur von China…wie weit sind die Amis in dieser Sache vorangekommen ?
    Wäre auch mal interessant…

  2. Kleiner Grauer sagt:

    Das ist Gedankenkontrolle über die Lügenpresse. Das sind DIE die Ihr Verdauungsendprodukt im Kopf speichern damit die Erbsen beim Laufen nicht klappern. Aaach die Bösen da hinten. Wie gut das wir Chemtrail haben was wir nicht sehen————–dürfen! Wie kommt so eine dämliche Meldung erst jetzt hier an? Dieses Jahr gab es kein Sommerloch mit UFOs zu überbrücken. Da nimmt man die chinesische Variante. Von gaaanz weit hinten und gaaanz schwierig zu überprüfen. Die Chinesen haben gaaanz viele Menschen und wenn die eine Leiter bauen, können diese gaaanz vielen Menschen die Wolken mit den Händen runter holen. Die Chinesen haben auch ein gaaanz großes Land und können die Wolken gaaanz hoch stapeln, dass die faaast wieder im Himmel sind. Heute braucht man keine Raketen mehr um abregnen zu lassen, das ist viel zu ungenau. Heute nimmt man Stratosphärenfunk, da kocht der Himmel und es gibt dort keine Wolken mehr. Impressum: Str-funk hatte die NVA. Fragt einen von der Einheit was da losging, wenn die gesendet haben.

    • gerhard sagt:

      Senator Robert Fletcher der im Unterausschuss für Terrorismus im Senat war, bezeugt dass Chemtrails keine Spinnerei seien, sondern Tatsache und der neuen Weltordnung dienen.

  3. Annette sagt:

    Buch ZAUBERGESANG, altes Wissen, ganz ohne Technik Wetter beeinflussen.

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