Fragwürdige Werbung? Lieferando schaltet nach BR-Recherchen tausende Schattenwebseiten von Restaurants

Das Icon der App "Lieferando" im App Store. (mago images / imagebroker / Valentin Wolf)
Lieferando steht in der kritik wegen sogenannter Schattenwebseiten (mago images / imagebroker / Valentin Wolf)

Der Essensvermittler Lieferando soll nach BR-Recherchen tausende Webseiten für Restaurants geschaltet haben, um bei der Google-Suche schneller gefunden zu werden.

Laut dem Bericht laufen Bestellungen über diese „Schattenwebseiten“ nicht direkt über die Restaurants, sondern werden über Lieferando abgewickelt. Der BR hat Restaurantbetreiber auf dieses Geschäftsgebaren angesprochen: einige wussten von dem Schattenwebseiten nichts, einige empfanden dies als Werbung, andere hätten sich verärgert gezeigt. In jedem Fall bekommt Lieferando bei Geschäftsabschluss eine Provision.

Lieferando weist die Vorwürfe zurück und spricht von einem Service für Restaurantbetreiber. Dies sei auch vertraglich mit den Kunden geregelt, heißt es.

Mehr als 120.000 Domains

Wie der Bayerische Rundfunk weiter berichtet, soll der niederländische Konzern „Just Eat Takeaway“, zu dem auch Lieferando gehört, europaweit mehr als 120.000 solcher Domains registriert, die den Internetadressen von Restaurants ähneln. Allein 50.000 davon seien in Deutschland. Auf rund 18.000 der deutschen Adressen seien Webseiten mit Bestellfunktionen hinterlegt, auf den anderen finde sich das Logo von Lieferando.

Ein Fall für das Wettbewerbsrecht?

Der Kartellrechts-Experte Rupprecht Podszun von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sieht diese Form des Geschäftsmodells kritisch. Lieferando dränge sich zwischen Kunden und Restaurant. Podzun nannte das Verhalten unfair und eine rechtliche Prüfung sinnvoll. Das Bundeskartellamt führt derzeit kein Verfahren gegen Lieferando.

Die Vorsitzende des Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Hartges, sieht bei Lieferando laut BR „nahezu monopolistische Strukturen“, die „zu einer brutalen Abhängigkeit“ der Gastronomen führten,

Rufe nach Regulierung der Plattform-Unternehmen

Zuletzt hatte der Mitbegründer des weltweit größten Online-Buchungs-Portals „GetYourGuide“, Johannes Reck, für eine Regulierung von Plattform-Unternehmen wie Google, Apple, Facebook und Amazon plädiert. In einem Gastbeitrag für die Zeitung „Die Welt“ warnte, Reck, die Dominanz der vier Konzerne sei so groß geworden, „dass einzelne Regierungen sich nur noch unterordnen können“.

Quelle: Deutschlandfunk vom 26.02.2021

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