Staseve Aktuell – Arbeitsgemeinschaft Staatlicher Selbstverwaltungen

KOMMENTAR: Brandgefährlicher Mix: Nordeuropa muss sich auf höhere Inflationsraten einstellen

Der Preissteigerungstrend ist hartnäckiger als erwartet: Corona-Angebotsschock, rapide steigende Staatsverschuldung, Rohstoff-Superzyklus – die Weltwirtschaft befindet sich in einer kritischen Phase.

31.05.2021 – 16:39 Uhr
Fast zwei Jahrzehnte war die Deflationsgefahr das Topthema unter Ökonomen, Notenbankern und Investoren. Spätestens jetzt hat sich das geändert. Quelle: dpa
EZB-Zentrale in Frankfurt

Fast zwei Jahrzehnte war die Deflationsgefahr das Topthema unter Ökonomen, Notenbankern und Investoren. Spätestens jetzt hat sich das geändert.

(Foto: dpa)

Jens Münchrath

Preissteigerungen jenseits der zwei Prozent bringen den Kreislauf der Inflationswarner in Deutschland in Schwung – diese Regel gilt immer noch. Nun waren es im Mai 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat; Werte von drei, vielleicht sogar vier Prozent rücken in den Sommermonaten in den Bereich des Möglichen. In den USA ist es längst so weit.

Und tatsächlich: Basiseffekte hin oder her – es hat sich etwas getan am Inflationshorizont. Und es wäre aus Sicht der Zentralbanken, aber auch der Politik fahrlässig, die Möglichkeit, dass der Trend ein nachhaltiger sein könnte, nicht in Betracht zu ziehen. Notenbanker nennen das erhöhte Achtsamkeit.

Fast zwei Jahrzehnte war die Deflationsgefahr das Topthema unter Ökonomen, Notenbankern und Investoren. Spätestens jetzt hat sich das geändert.

Quelle: Handelsblatt vom 31.05.2021

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