Dritter Anschlag binnen 24 Stunden – Taliban greifen US-Basis an

Afghanische Sicherheitskräfte bewachen die Nato-Basis in Kabul, die in der Nacht angegriffen wurde. Afghanische Sicherheitskräfte bewachen die Nato-Basis in Kabul, die in der Nacht angegriffen wurde.(Foto: REUTERS)
Samstag, 08. August 2015

 

So viele zivile Opfer gab es in Afghanistan seit Jahren nicht. Nach zwei Selbstmordanschlägen in Kabul greifen Terroristen eine Basis der internationalen Truppen in der Hauptstadt an. Dabei sterben ein Soldat und neun Mitarbeiter.

Nach zwei verheerenden Anschlägen in Kabul mit Dutzenden Toten haben Aufständische eine Basis der internationalen Truppen in der afghanischen Hauptstadt angegriffen. Es handelt sich um ein Lager der US-Armee. Dabei kamen am Freitagabend nach Angaben der Nato-geführten Ausbildungsmission Resolute Support (RS) mindestens elf Menschen ums Leben.

Jungen suchen nach verwertbaren Überresten aus ihrem Haus, das am Freitag bei einem Anschlag zerstört wurde.(Foto: AP)

Bei den Toten handele es sich um einen ausländischen Soldaten und acht zivile afghanische Mitarbeiter, sagte ein RS-Sprecher. Zur Nationalität des getöteten ausländischen Soldaten wurden keine Angaben gemacht. Außerdem seien mindestens zwei der Angreifer getötet worden. Damit kamen bei dem Angriff und zwei Anschlägen in Kabul innerhalb von weniger als 24 Stunden mindestens 52 Menschen ums Leben. Nach unterschiedlichen Behördenangaben wurden zwischen 270 und 400 Menschen verletzt.

Vor dem Angriff auf die RS-Basis hatte sich ein Selbstmordattentäter der Taliban vor der Polizeiakademie in die Luft gesprengt. In der Nacht zuvor war eine Lastwagenbombe detoniert. Die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (Unama) teilte mit, die Zahl der zivilen Opfer bei den drei Angriffen sei die höchste, die die UN seit Beginn der systematischen Registrierung 2009 an einem einzelnen Tag in Afghanistan verzeichnet hätten. Unama rechnete dabei die getöteten und verletzten Zivilisten zusammen.

Dutzende Frauen und Kinder verletzt

Der Attentäter vor der Polizeiakademie riss am Freitagabend mindestens 25 Kadetten mit in den Tod. Weitere 20 Polizeischüler seien bei der Detonation verletzt worden, hieß es aus Polizeikreisen. In der Nacht zuvor waren bei der Explosion einer in einem Lastwagen platzierten Bombe nach Regierungsangaben mindestens 15 Menschen getötet und 250 verletzt worden. Unter den Verletzten waren 37 Kinder und 40 Frauen, wie Präsidentensprecher Safar Haschemi sagte.

Zu den Anschlägen kam es kurz nach einem Führungswechsel bei den radikalislamischen Taliban. Diese bekannten sich zu dem Angriff auf die Resolute-Support-Basis und dem Anschlag vor der Polizeiakademie. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid wies aber jede Verantwortung für die Bombe in dem Lastwagen zurück.

Quelle: n-tv vom 09.08.2015

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