Nach Vandalismus: Bahnhof ab heute dicht

Demolierte Fenster sind mit Spanplatten verrammelt. Es gibt kaum eine freie Fläche ohne #Schmierereien.

Foto: Andreas Kretschel

Immer wieder wird das historische Gebäude in #St. Egidien von Randalierern heimgesucht. Jetzt hat der Eigentümer das Gelände gesperrt.

Von Hans-Peter Kuppe
erschienen am 22.06.2017

St Egidien. Als gestern früh der Triebwagenführer auf den Bahnsteig in St. Egidien tritt, steht ein Fenster des Bahnhofsgebäudes offen – aufgebrochen. Etliche andere sind mit Spanplatten vernagelt, Türen mit Profilholz verschraubt. „Vandalismus ist hier gang und gäbe. Demolierte Scheiben, aufgebrochene Türen, Graffiti an allen Wänden. Wir melden fast täglich solche Fälle dem Verkehrsverbund“, sagt der Angestellte der #City-Bahn Chemnitz.

Er saß auch im Februar im Führerstand, als plötzlich zwischen #St. Egidien und #Hohenstein-Ernstthal sämtliche Signale auf Rot schalteten. Damals waren Diebe ins Gebäude eingedrungen, hatten ein Kabel gestohlen und damit die Stellwerkstechnik außer Gefecht gesetzt. Dort hat die Bahn jetzt schwere Gitter an den Fenstern angebracht. Das Gebäude gehört längst nicht mehr der Deutschen Bahn. Sie veräußerte es im Jahr 2007 im Sammelpack von 490 Bahnhofsgebäuden an den britischen Immobilieninvestor #Patron Capital.

Vor drei Jahren kaufte die #Dreisam Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft aus dem Breisgau das 1877 errichtete Gebäude. Sie hofft seither auf Interessenten. „Wir kaufen deutschlandweit Bahnhöfe auf und bauen sie um für Wohnungen oder Gewerbeflächen. Aber St. Egidien ist ein sehr abgelegenes Objekt, da wird es mit der Vermietung schwer“, sagt Sprecher Hubert Herr. „Wir haben erst kürzlich das Gebäude verriegelt und verrammelt, gestern bekamen wir schon wieder einen Hinweis, dass eingebrochen wurde.

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Es geht nicht darum, was Diebe da rausholen. Das Haus wird für eine Nachnutzung sowieso entkernt. Aber die Bausubstanz leidet unter den Beschädigungen.“ Er weiß auch von einem Fall, als auf dem Vorplatz des Bahnhofs gestohlene Fahrräder umgeladen wurden. Damals ermittelte die Polizei durch Bürgerhinweise die Täter. „Jetzt ist Schluss.

Die Auffahrt zum Bahnhof wird ab heute an der Brücke zugemacht“, sagt Herr. Die Gesellschaft nehme damit das Recht als Grundeigentümer wahr, ihr Hab und Gut zu schützen. „Es kommen ein Zaun und ein Tor hin. Nur Bahn und Feuerwehr bekommen einen Schlüssel“, sagt der Sprecher. „Für die Fahrgäste der Bahn tut mir das natürlich leid, sie müssen sich für ihre Autos neue Stellflächen suchen“, bedauert er. Am meisten trifft das die Pendler, die von St. Egidien aus mit der Bahn zur Arbeit fahren. Rund 25 Autos parken dort tagsüber auf dem Bahnhofsvorplatz und an der Zufahrt. Nur der Fußweg zum Bahnhof bleibt für die Fahrgäste offen.

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Dass die Sperrung der Zufahrt gegen den #Vandalismus tatsächlich hilft, bezweifelt auch der Triebwagenführer. „Damit werden eigentlich nur unsere Fahrgäste bestraft“, sagt er. Er befürchtet, dass jetzt Fahrgäste ihre Autos im Gewerbegebiet abstellen und dann den kurzen, aber gefährlichen Weg über die Gleise zum Bahnsteig nehmen. Auf der einen Seite des Gebäudes verläuft die Bahnstrecke Dresden-Werdau, auf der anderen verkehrt die City-Bahn Chemnitz von Glauchau nach Chemnitz und Stollberg.

Quelle: Freie Presse vom 22.06.2017

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