Asylverfahren – BAMF verfehlt offenbar Zielvorgaben

 | 13.22 Uhr

Hintergrund: So läuft das Asylverfahren ab

Hintergrund: So läuft das Asylverfahren ab – FOTO: dpa, ua fpt

Berlin. Das #Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (#Bamf) hat wesentliche Vorgaben des #Bundesregierung beim Aufarbeiten sogenannter Altverfahren im Asylbereich bisher offenbar nicht erfüllen können. 

Laut Zielvorgabe vom Januar habe die Zahl der bis Ende 2016 aufgenommenen sogenannten Altverfahren bis Ende Mai eigentlich auf 79.000 schrumpfen sollen, berichteten die „Nürnberger Nachrichten“und „Die Welt“ am Samstag gemeinsam.

Auf Anfrage habe das Bamf aber erklärt, dass Ende Juni noch gut 97.500 und Ende Juli noch gut 81.400 dieser Asylverfahren offen gewesen seien.

Auch bei der anvisierten Dauer für die Bearbeitungszeit der Verfahren verfehle die Behörde bislang die Maßgabe. Geplant war hier dem Bericht zufolge, im Jahr 2017 einen Durchschnitt von weniger als sechs Monaten zu erreichen. Ende Juli habe dieser Wert mit elf Monaten noch fast doppelt so hoch gelegen. Schneller laufe es hingegen bei den Anträgen, die in diesem Jahr gestellt wurden. Hier sei eine Bearbeitungsdauer von weniger als drei Monaten verabredet, Ende Juli seien aber bereits 1,7 Monate erreicht worden.

Schleppend laufe es auch beim Thema Integration. Das Ziel laute, im laufenden Jahr 430.000 Menschen die Teilnahme an Integrationskursen zu ermöglichen. Ende Juli seien es erst etwa 160.000 Teilnehmer gewesen – wobei die Nürnberger Behörde darauf hingewiesen habe, dass sich die Zahl aufgrund von „Nacherfassungen“ wohl noch nach oben verändern werde. Auf den Beginn ihrer Integrationskurse sollten die Teilnehmer laut Zielmarke weniger als sechs Wochen warten. Nur bei 54 Prozent der Teilnehmer gelinge dies aber.

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, #Burkhard Lischka, bemängelte in diesem Zusammenhang, dass die Zahl der Bamf-Mitarbeiter reduziert werde: Das Vorgehen von Bundesinnenminister #Thomas de Maizière (CDU), „in erheblichem Umfang Personal beim Bamf abzubauen“, sei „vollkommen falsch“, sagte er den Zeitungen.

Lischkas Unionskollege #Thomas Mayer (#CSU) lobte indes das Bamf. Die Behörde habe „in den vergangenen beiden Jahren hervorragende Arbeit geleistet“, sagte er. Die Verzögerungen beim Abbau der Altverfahren bezeichnete er als „erwartbar“ und „moderat“. Kritisch sieht er hingegen die Wartezeiten für Integrationskurse.

Flüchtlingsexpertin kritisiert hohen Druck

Die Grünen-Flüchtlingsexpertin Luise Amtsberg kritisierte einen hohen Druck im Bamf und sprach von „unerreichbaren Zielvorgaben“. Die Linken-Innenpolitikerin #Ulla Jelpke forderte, die bürokratischen Strukturen innerhalb des Bamf zu reduzieren.

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete indes, die Bearbeitungszeit von Asylklagen an deutschen Verwaltungsgerichten habe unter der Last zahlreicher Fälle dramatisch zugenommen. Dies gehe aus einer vertraulichen Auflistung der Innenminister der Länder hervor, die in den ersten vier Monaten dieses Jahres zusammengestellt worden sei.

Im Durchschnitt aller Länder benötigen Richter demnach derzeit sechseinhalb Monate, um Klagen, Berufungen und Revisionen von Asylbewerbern zu bearbeiten. Am schnellsten gehe es in Schleswig-Holstein (4,4 Monate). In #Sachsen-Anhalt dauere es mit 9,7 Monaten mehr als doppelt so lange. Insgesamt dauern die Verfahren demnach in #Ostdeutschland länger als im Westen.

Der Vorsitzender des Bunds Deutscher Verwaltungsrichter, #Robert Seegmüller, sagte dem Redaktionsnetzwerk, die vorliegenden Daten spiegelten „nicht einmal das ganze Elend wider“. „Die Zahl der nicht abgeschlossenen Fälle blieb unberücksichtigt, sie liegt noch höher – die Bearbeitungszeiten werden weiter nach oben gehen.“(jco/AFP)

Quelle: RP-online vom 13.08.2017

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meckerpaul
meckerpaul
6 Jahre zuvor

Die Grenzen dicht.
Keine Nachzugsmöglichkeit der Affen und gut ist.
Keine weiteren Steuergelder für solche kriminellen Bundesämter der IM ERIKA.
Das eigene Volk beschützen und vor Verfolgung und Elend bewahren interresssiert diese Polithure nicht.

Ulrike
Ulrike
6 Jahre zuvor

Ja ihr lieben Beamten schneller arbeiten – wenn möglich durchgehend 24 Stunden damit das Gesindel schneller erfasst wird…….

Merkt ihr eigentlich nicht wie ihr verheizt werdet ??

Birgit
6 Jahre zuvor

Die sogenannten Beamten mögen rund um die Uhr arbeiten, nicht mehr raus kommen, aus ihren Buchten.
Dann wird es vermutlich mal bei einigen im Hirn zünden, mit welcher Scheiße sie sich abgeben müssen.