Bienensterben könnte sich verheerend auf die zukünftige Verfügbarkeit von Mandeln, Blaubeeren und Äpfeln auswirken


Weine der Pfalz

17.01.2016
Daniel Barker

Aus einigen der wichtigsten landwirtschaftlichen Regionen der USA – wie etwa dem Central Valley in Kalifornien, dem Maisgürtel des Mittleren Westens und den Regionen entlang des Mississippis – sind Bienen bereits fast völlig verschwunden. Diese Entwicklung könnte zu verheerenden Folgen für die Erträge bei einigen Feldfrüchten wie Blaubeeren, Mandeln und Äpfeln führen.

Zu diesem Schluss gelangt eine Studie des Gund Institute for Ecological Economics der Universität des amerikanischen Bundesstaates Vermont, die die erste kartografische Erfassung der Bienenvölker enthält. 2014 hatte das Weiße Haus in einem Memorandum eine erste »landesweite Erfassung freilebender Bestäuber und ihrer Lebensräume« angeregt.

Die Ergebnisse der Studie bestätigen erneut einen starken Rückgang der Zahl der freilebenden Bienenvölker in den USA. Dieses Bienensterben könnte sich schon bald deutlich negativ auf die Verfügbarkeit und den Preis vieler Lebensmittel, die von der Bestäubung durch freilebende Bienen abhängig sind, und auch auf die Landwirtschaft als Ganzes auswirken.


»Sollte sich der zahlenmäßige Rückgang dieser entscheidenden Bestäuber fortsetzen, werden auf die Landwirte nach Einschätzung dieses neuen landesweiten Sachstandsberichts erhebliche Kosten zukommen – darüber hinaus könnte diese Entwicklung sogar die Ernteerträge des gesamten Landes in eine Schieflage bringen.«

Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Wildbienenpopulation in den angrenzenden Staaten im Zeitraum 2008 bis 2013 um 23 Prozent abnahm. Andere Ergebnisse stellen fest, dass 39 Prozent der für den Pflanzenanbau genutzten Flächen, die von der Bestäubung durch Wildbienen abhängig sind, »mit einem bedrohlichen Missverhältnis zwischen dem wachsenden Bedarf nach Bestäubung und einer abnehmenden Zahl von Wildbienen« konfrontiert sein werden.

Lange überfällige Forschungsvorhaben

Ein erheblicher Teil der amerikanischen Landwirtschaft – mit einem Umfang von mehr als drei Mrd. Dollar jährlich – ist von freilebenden Bestäubern abhängig. »Vor dieser Untersuchung verfügten wir nicht über ein kartografisches, landesweites Gesamtbild hinsichtlich des Zustands der Wildbienen und ihrer Auswirkungen auf die Bestäubung«, erklärte Insu Koh, der Leiter der Forschungsgruppe.


Der Direktor des Gund Institute, Taylor Ricketts, zugleich auch leitender Wissenschaftler in der Untersuchung, bemerkte: »Offensichtlich stecken die Bestäuber in großen Schwierigkeiten. Weniger bekannt aber war, wo sie geografisch mit den größten Problemen zu kämpfen haben – und wo genau ihr Rückgang die größten Konsequenzen für die Landwirte und die Lebensmittelversorgung haben wird.«

Jetzt verfügen wir über die nötigen Informationen hinsichtlich der geografischen Lage der Krisenregionen. Es handelt sich hier um die erste räumliche Darstellung der Situation der Bestäuber und der entsprechenden Auswirkungen auf die USA.

Zu den Regionen, die am stärksten vom Rückgang der Wildbienenpopulationen betroffen sind, gehören 139 Landkreise, die sich in den wichtigen Landwirtschaftsregionen Kaliforniens, dem Pazifischen Nordwesten, dem Westen von Texas, den Great Plains östlich der Rocky Mountains und der südlichen Talregion des Mississippi befinden.

Einige bestimmte Kulturpflanzen, die sehr von Bestäubern abhängig sind – wie etwa Wassermelonen, Pfirsiche, Kürbisse, Äpfel und Birnen –, werden vom Rückgang der Wildbienenvölker am stärksten betroffen werden. Ricketts ist überzeugt, dass bei diesen Nutzpflanzen die Bestäubung in Zukunft erheblich schwieriger werden wird, was die Kosten der organisierten Bienenhaltung erhöhen werde und sogar zu einem Rückgang der Ernteerträge führen könnte.


Zu wenig, zu spät?

Diese Bienenvölker-Karte erleichtert es, sich vorrangig um die Regionen mit dem größten Rückgang an Wildbienenvölkern zu kümmern, aber reicht die Zeit noch aus, um einen völligen Zusammenbruch der Wildbienenpopulation in den USA zu verhindern?

Viele unterschiedliche Faktoren beeinflussen die Bienenvölker – und man muss leider sagen, dass sie gegenwärtig unter vielen Problemen zu leiden haben.


Es ist bekannt, dass der Klimawandel, der Einsatz von Pestiziden, bestimmte Parasiten und die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume eine Rolle spielen, aber es ist sehr schwer, genau festzustellen, in welchem Ausmaß jeder dieser Faktoren zu den Problemen beiträgt, oder konkrete Vorschläge zu entwickeln, wie man diese Entwicklung umkehren kann.

Inzwischen werden auch noch andere Faktoren als Ursache für das Bienensterben (das in den USA auch als »Colony Collapse Disorder« bezeichnet wird) angeführt. Dazu gehören unter anderem elektromagnetische Felder. Vieles deutet darauf hin, dass Handy-Strahlung eine der Ursachen für den Rückgang der Bienenpopulation weltweit sein könnte.


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Der amerikanische Fernsehsender CNN berichtet in diesem Zusammenhang: »Im Rahmen einer Untersuchung der Panjab University in Chandigarh im Norden Indiens brachten die Wissenschaftler mehrere Handys in einem Bienenstock an und betrieben sie über einen Zeitraum von zweimal 15 Minuten täglich.

Nach drei Monaten stellten sie fest, dass die Bienen die Herstellung von Honig eingestellt hatten, die Eiablage der Bienenkönigin um die Hälfte zurückgegangen war und die Größe des Bienenstocks dramatisch abgenommen hatte.«

Es ist offensichtlich, dass die meisten, wenn nicht sogar alle Faktoren, die zum Rückgang der Wildbienenpopulation beitragen, von Menschen verursacht werden. Und dies ist eine tragische und bittere Ironie, denn – und darauf haben viele Persönlichkeiten, darunter auch Albert Einstein, hingewiesen – wenn die Bienen völlig verschwinden, werden wir die Nächsten sein.


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Quelle: Kopp-online vom 17.01.2016

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Ein Kommentar zu Bienensterben könnte sich verheerend auf die zukünftige Verfügbarkeit von Mandeln, Blaubeeren und Äpfeln auswirken

  1. Ulrike sagt:

    Hat sich die doofe Menschheit schon mal überlegt warum die Bienen sterben?
    Wer streut denn Unmengen von Unkrautvertilgungsmittel/Gifte in die Natur?

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