
Berlin. Deutschlands Abschiebesystem für Illegale ist ineffizient und teuer. Das ergab eine Recherche des unabhängigen österreichischen „Freilich-Magazins“. Viele Abschiebeplätze sind nicht belegt, die Kosten sind dennoch hoch – und das trotz rund 220.000 ausreisepflichten Ausländern, die Ende 2024 offiziell in Deutschland lebten. Die Kosten für die Haftplätze variierten zwischen 44 und 643 Euro pro Tag.
Baden-Württemberg verzeichnet mit 78 Prozent die höchste Auslastung in Pforzheim, wo 51 Plätze bereitstehen. Doch auch hier wirft der Tagessatz von 427 Euro Fragen zur Wirtschaftlichkeit auf. Bayern betreibt zwei Anstalten mit 240 Plätzen (62,5 Prozent Auslastung), während Berlin derzeit nur zwei Notfallplätze nutzt – einer davon ist (Stand: Ende 2024) belegt.
Besonders kraß sind die Unterschiede bei den Kosten: Bremen kommt mit 45 Euro pro Tag aus, während Mecklenburg-Vorpommern in der länderübergreifenden Anstalt Glückstadt satte 643 Euro veranschlagt – der höchste Wert bundesweit. Gleichzeitig zeigen sich groteske Unterauslastungen: in Sachsen waren nur sechs von 24 verfügbaren Plätzen belegt (25 Prozent), in Bremen gar nur einer von 17 (5,9 Prozent).
Nordrhein-Westfalen plant trotz nur 57-prozentiger Auslastung in Büren bereits eine zweite Einrichtung in Mönchengladbach. Andere Länder wie Brandenburg oder Thüringen verfügen derzeit über keine eigenen Anstalten, arbeiten aber an Neubauten.
Die durchschnittliche Haftdauer variiert von 13 Tagen in Berlin bis 34 Tagen in Bremen – ebenfalls ein Beleg dafür, wie uneinheitlich das System ist. Während einige Länder auf Amtshilfe setzen, verweisen andere auf bürokratische Hürden oder Personalmangel. Angesichts der hohen Zahl Ausreisepflichtiger erscheint das deutsche Abschiebesystem als dringend reformbedürftig. (rk)
Quelle: zuerst.de vom 11.05.2025
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