Staseve Aktuell – Arbeitsgemeinschaft Staatlicher Selbstverwaltungen

Linksextremismus – Leipzig „Geschäfte mit Neonazis“: Connewitzer Restaurant Willsons verwüstet

Von Josa Mania-Schlegel

Seit einigen Tagen war das Willsons eine richtig schnieke Imbissbude. Den ganzen Sommer über hatten Connewitzer hier beobachten können, wie viele Helfer mauerten, nagelten, strichen und einen Biergarten bauten. Aus der alten Blechbude am Kreuz war ein ansehnliches Barbecue-Restaurant geworden. Aber mittlerweile wurde das Willsons verwüstet. In der Nacht zum Mittwoch, gegen 2.30 Uhr, wurden die Scheiben aller Fenster sowie der Eingangstür eingeschlagen.

Über den Bürgersteig wabert der beißende Geruch von Buttersäure. Außerdem hat jemand einen Schriftzug an die Außenwand gesprüht: „No Nazis Sexism“ – gegen Nazis und Sexismus. Vorwürfe zu Verbindungen ins rechte Milieu: Die Täter sind unbekannt.

Möglich, dass die Angreifer aus dem linksradikalen Milieu stammen. Im November vergangenen Jahres behauptete der Leipziger Antifa-Blog „Inventati“, dass einer der Willsons-Gründer „Geschäfte mit Neonazis“ mache. Ob der Mann noch zu den Gesellschaftern des Willsons zählt, war am Donnerstag nicht zu erfahren. Nach Erscheinen der Vorwürfe nahm das Willsons am 30. November 2019 auf Facebook Stellung.

„Wir mussten bedauerlicherweise feststellen“, heißt es in dem Post, „dass einige [der] im Internet veröffentlichte[n] Anschuldigungen teilweise der Wahrheit entsprechen.“ Man habe das Gespräch mit der „Leipziger und Connewitzer Szene gesucht“ und sei zu dem Entschluss gekommen, „als Reaktion auf die Vorwürfe die besagte Person aus der Willsons KG auszuschließen.“ Ob das mittlerweile passiert, ist nicht bekannt. Die LVZ hat Willsons-Betreiber Willy Ratzsch um Stellungnahme gebeten.

Die Soko LinX ermittelt: Ein Twitter-Account postete am Mittwochvormittag Fotos des verwüsteten Willsons. Und schrieb dazu: „Nach langem Warten auf ein Statement mit dem die Menschen im Viertel was anfangen können und immer wieder problematischen Gästen in dieser Zeit, wurde die Kartoffelbude in #Connewitz am [Kreuz] jetzt markiert und präventiv bez[üglich] #Corona luftiger gemacht. why not?!“ Das Landeskriminalamt meldete, dass der Sachverhalt am Mittwochvormittag der Soko LinX übergeben wurde. Der Grund sei der am Gebäude angebrachte Schriftzug gegen Sexismus und Neonazis.

Quelle: Leipziger Volkszeitung vom 15.10.2020 


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