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Größte Bedrohungen für Russland: USA und Terroristen – Konflikt mit Türkei möglich


 © AP Photo/ Ivan Sekretarev

Die größte internationale Bedrohung für Russland bleibt die Politik der USA, die auf eine Schwächung Russlands gerichtet ist, stellen Experten des Diskussionszentrums Valdai in ihrem Bericht „Internationale Bedrohungen 2016“ fest.

Weitere Gefahren für das Land seien internationaler Terrorismus und möglicher Konflikt mit der Türkei. Zugleich fehlt die Ukraine in der Liste der unmittelbaren Bedrohungen, schreibt die „Iswestija“ am Dienstag unter Berufung auf das Dokument.
Der Bericht wird am 29. Mai vom Diskussionsklub Valdai und der Agentur Wneshnjaja Politika (Außenpolitik) offiziell vorgestellt.

Wie Andrej Suschenzow, einer der Verfasser und Programmdirektor des Klubs Valdai, in der Zeitung feststellte, dominieren momentan zwei Standpunkte zur Einschätzung der US-Politik. Laut der einen wirken die USA bewusst auf eine Schwächung Russlands hin, laut der anderen schaden die Amerikaner indirekt den Interessen Russlands, indem sie eigene Ziele verfolgen.

Nach dem erfolgreichen Einsatz seiner Streitkräfte in Syrien komme Russland schrittweise zu einem neuen Vektor in den Beziehungen mit dem Westen. „Russland wird als eine führende Kraft im Nahen Osten Fuß fassen, die Fähig ist, Militärexpeditionen effektiv durchzuführen“, stellen die Verfasser des Berichts fest.
Zugleich wird darauf verwiesen, dass Russlands Teilnahme an der Operation in Syrien zu einem Konflikt mit der Türkei führen könnte. „Russlands Pläne im Verteidigungsbereich bis 2020 werden revidiert. Abgehalten werden Übungen, an denen Szenarien eines Konflikts mit der Türkei im Mittelpunkt stehen. Auch die Türken führen ihre Übungen durch“, so Suschenzow.

Verwiesen wird auch auf die terroristische Bedrohung für Russland durch die islamischen Radikalen. Diese werde selbst bei einem völligen Sieg über den Terroristen in Syrien weiter bestehen, weil „besonders effektive Kämpfer und Warlords höchstwahrscheinlich aus Syrien in andere Länder mit einer schwachen Staatsmacht weiterziehen werden (der Irak, Libyen, Mali, Afghanistan, Somalia u. a.), wo sie ihre zerstörerischen Aktivitäten weiter betreiben werden“.

Unter anderen internationalen Bedrohungen werden etwaige zunehmende Spannungen im Fernen Osten und in Südostasien genannt, wo eine Konfrontation Chinas mit den USA und ihren Verbündeten zu beobachten ist.
Was die Ukraine anbelangt, so gleite Situation dort „langsam, aber sicher zur Kategorie eingefrorener Konflikte hinab“, heißt es im Bericht der Valdai-Experten.

Quelle: Sputnik vom 29.03.2016

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