Staseve Aktuell – Arbeitsgemeinschaft Staatlicher Selbstverwaltungen

GROSSER BAUM MUSS WEGEN BRANDSCHUTZ – Christkindlmarkt: Das ist die Alternative zum Christbaum

Kleiner und ohne Baum: Der Wolfratshauser Christkindlmarkt wird sich heuer anders präsentieren als gewohnt. Gemütlich wird es trotzdem, verspricht Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller.

Wolfratshausen – Auch ohne Christbaum soll der Marienplatz in der Adventszeit vorweihnachtliches Flair verbreiten. Es gibt jetzt einen Alternativvorschlag zum Baum.

Einen Tag, nachdem durchgesickert war, dass aus Brandschutzgründen auf dem Marienplatz kein Christbaum mehr aufgestellt wird, laufen im Wolfratshauser Rathaus die Telefondrähte heiß. Die Nachricht hat auch über die Region hinaus Interesse geweckt. Radio und Fernsehen bitten um Stellungnahmen von den Verantwortlichen, Bürger äußern sich skeptisch. Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller, der den in der japanischen Partnerstadt Iruma weilenden Rathauschef Klaus Heilinglechner vertritt, sagt, auch er sei von dieser Entscheidung überrascht worden.

 

Wie berichtet wurde auf Bitten des Landratsamts zusammen mit Polizei und Feuerwehr die Situation während der Märkte auf ihre Sicherheit hin überprüft. Es stellte sich heraus, dass es Nachbesserungsbedarf gibt. Die Konsequenz: Die Märkte – auch der Christkindlmarkt – werden künftig mit deutlich weniger Ständen bestückt, damit wichtige Zufahrten und Wendekreise frei bleiben. Um den Einsatzkräften eine möglichst reibungslose Zufahrt zum Marienplatz zu ermöglichen, hat die Stadt zudem beschlossen, den Christbaum von seinem angestammten Platz zu verbannen.

„Wir wollen weiterhin gemütliches Ambiente“

„Wir wollen aber nicht einfach nur den Baum entfernen“, betonte Schnaller auf Nachfrage unserer Zeitung. „Wir wollen dafür sorgen, dass es auch weiterhin ein schönes und gemütliches Ambiente in der Adventszeit gibt.“ Auf Vorschlag von Ingrid Schnaller, Werbekreis-Chefin und Schnallers Ehefrau, soll statt dem Baum ein riesiger Adventskranz mit elektrisch beleuchteten Kerzen auf dem Rand des Brunnens am Marienplatz installiert werden. „Brunnen, Säule und Kranz sollen so angestrahlt werden, dass sich zusammen mit den Lichterketten in den Platanen, den Girlanden und den Bäumchen an den Häusern ein wunderbares Bild ergeben wird.“

„Menschen werden kommen, um zu schauen“

Schnaller betont, dass der Kranz in der Adventszeit ein noch viel entscheidenderes Symbol sei als der Christbaum. Befürchtungen, die Menschen könnten den Christkindlmarkt wegen des fehlenden Baumes meiden, teilt Schnaller nicht. „Ich denke eher, dass sie kommen, um zu schauen, wie wir das Problem gelöst haben.“ Dass man den Baum hätte verschieben können, zum Beispiel Richtung Humplbräu, habe ihm Feuerwehr-Kommandant Andreas Spohn zwar noch einmal bestätigt. „Das Ganze ist halt aber insgesamt sehr unglücklich gelaufen. Ich hätte mir gewünscht, dass man das Thema im Stadtrat bespricht.“

Als „unglücklich“ bezeichnet auch Ingrid Schnaller die Situation. Die Werbekreis-Chefin wäre gerne vorher informiert worden. Immerhin beteilige sich der Werbekreis finanziell an den Girlanden sowie den kleinen Tannen und sei damit „nicht unerheblich“ am weihnachtlichen Flair im Markt beteiligt. „Aber jetzt ist es, wie es ist“, ergänzte Schnaller. „Machen wir das Beste daraus.“

Ex-Bürgermeister: „Mit dem Baum gab es nie Probleme“

Ex-Bürgermeister Helmut Forster, unter dessen Regie die Weihnachtsdekoration im Markt eingeführt wurde, erfuhr in Iruma von der Verbannung des Christbaums. In seiner Zeit als Bürgermeister habe es zwar mal Diskussionen gegeben, ob die Girlanden über der B11 ein Risiko für Autofahrer sein könnten. „Mit dem Baum dagegen hat es nie Probleme gegeben.“

So reagiert das Netz auf das Baum-Verbot

Kein Christbaum am Marienplatz: Die Internet-Nutzer auf www.merkur.de kommentieren diese Entscheidung eifrig – mehr oder weniger ernsthaft. Rund 80 User haben bis gestern Nachmittag ihre Meinung zu diesem Thema kundgetan. Während einer die „Wolfratshauser Possen“ ganz allgemein beklagt und sich fragt, was aus der einst so sympathischen Kreisstadt geworden ist und wieso es in dieser nicht möglich ist, einen einfachen Weihnachtsmarkt ohne Imageschaden vorzubereiten, regt ein anderer an, doch gleich ein Rauchverbot für den kompletten Christkindlmarkt auszusprechen, ganz im Sinne des Brandschutzes.

Zwar gibt es die eine oder andere Stimme, die sich hinter die Stadtverantwortlichen stellt. Generell herrscht aber der Tenor vor, dass man es mit der Regulierungswut in diesem Fall ein wenig übertreibt, was gleich mehrere Kommentatoren zu der Ankündigung veranlasst, den baumlosen Marienplatz und den Christkindlmarkt an sich zu meiden. Andere wiederum machen sich mehr oder weniger ernsthaft Gedanken über Alternativen. Der Parkplatz des einstigen Möbel Mahler und künftigen XXX-Lutz taucht dabei ebenso auf wie der angedachte Volksfestplatz hinter dem Wertstoffhof – freilich versehen mit dem Zusatz, dass diese „absolut brandsichere Orte und auch nicht öder als die Wolfratshauser Altstadt“ sind.

Besonders gewitzt äußert sich ein User, der deutliche Parallelen zur Zerstörung der Wolfratshauser Burg sieht. „Nicht eingehaltene Brandschutzprävention“, vermutet er mit einem Augenzwinkern, „war die Ursache für deren Zerstörung. Und von fehlenden zweiten Rettungswegen und nicht vorhandener selbstnachleuchtender Fluchtwegsbeschilderung ganz zu schweigen…“.

Quelle: Münchner Merkur vom 27.10.2016

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