Nach Leck in Nord Stream 2 – Druckabfall auch in Pipeline Nord Stream 1 – Kapazität sinkt auf null

Nord Stream 2
dpa Blick auf Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 2.
Montag, 26.09.2022, 23:38

Einen Tag nach der Gaspipeline Nord Stream 2 ist nun auch in der deutsch-russischen Energietrasse Nord Stream 1 der Druck stark gefallen. Betroffen sind beide Röhren von Nord Stream 1, wie das Unternehmen am Montagabend mitteilte. Demnach sank die Kapazität der Pipeline ungeplant auf null. Die Ursache werde untersucht.

Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) und Bundesnetzagentur teilten übereinstimmend mit, man stehe miteinander und mit den betroffenen Behörden im Austausch, um den Sachverhalt aufzuklären. „Aktuell kennen wir die Ursachen für den Druckabfall nicht“, hieß es.

Ursache könnte ein Leck nahe der Insel Bornholm sein

In der Nacht auf Montag war zuvor bereits in der Schwesterpipeline Nord Stream 2 ein solcher Druckabfall festgestellt worden, jedoch nur in einer der beiden Röhren. Im Laufe des Montags wurde hierfür von den zuständigen Marinebehörden ein Leck süd-östlich der dänischen Insel Bornholm als wahrscheinliche Ursache identifiziert. Die zuständigen Behörden haben als Vorsichtsmaßnahme eine Sicherheitszone von fünf Meilen eingerichtet. Der Flugverkehr unter 1000 Metern wurde gestoppt. Die Untersuchungen dauern an.

„Es muss irgendwo ein Loch sein“, sagte der Sprecher der Nord Stream 2 AG, Ulrich Lissek, kurz nach Bekanntwerden des Problems. Normalerweise liege ein Druck von 105 Bar an. Jetzt seien es auf deutscher Seite nur noch 7 Bar. Die Ursachenforschung gestalte sich für die Nord Stream 2 AG sehr schwierig: Man stehe unter Sanktionen, verfüge kaum noch über Personal, und Gelder seien eingefroren. „Die Behörden sind alle informiert.“ In Lubmin, dem Ort, in dem die Pipeline in Deutschland anlandet, sei nach Wissen Lisseks kein Personal der Nord Stream 2 AG. Man könne auch keine Aufträge erteilen, da man diese nicht bezahlen könne, und müsse schauen, woher man nun Informationen erhalte, sagte Lissek.

Gasleck in Nord Stream 2 bei Insel Bornholm gefährlich für Schifffahrt

Die zuständige dänische Behörde gab am Montagnachmittag einen Hinweis bezüglich eines Lecks heraus. Es sei ein Gasleck beobachtet worden. Das Leck sei gefährlich für die Schifffahrt und das Fahren innerhalb eines Bereichs von fünf Seemeilen von der besagten Position verboten. Eine große Gefahr für die Umwelt besteht aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zumindest kurzfristig nicht.

Keine Auswirkungen auf Versorgungssicherheit

Trotz des zweiten Vorfalls innerhalb von 24 Stunden sehen BMWK und Netzagentur keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in Deutschland; „Es fließt seit dem russischen Stopp der Lieferungen Anfang September kein Gas mehr durch Nord Stream 1. Die Speicherstände steigen dennoch weiter kontinuierlich an. Sie liegen aktuell bei rund 91 Prozent.“

Während die Nord Stream 2-Pipeline nach ihrer Fertigstellung nie in Betrieb genommen wurde, sondern nur einmalig mit Gas befüllt, floss durch die Nord Stream 1-Pipeline bis Anfang September Gas nach Deutschland. Nachdem der russische Staatskonzern Gazprom seine Lieferungen durch die Röhre bereits zuvor reduziert hatte, stoppte er diese mit dem Verweis auf einen Ölaustritt in der Kompressorstation Portowaja komplett.

Genehmigungsverfahren kurz vor dem russischen Angriffskrieg auf Eis gelegt

Der Doppelstrang der Pipeline Nord Stream 2 verläuft 1230 Kilometer von Russland durch die Ostsee bis nach Deutschland. Sie ist fertiggestellt und mit Gas gefüllt, allerdings wurde durch sie nie Gas importiert. Die Bundesregierung hatte das Genehmigungsverfahren für die fertiggestellte Leitung im Februar kurz vor dem russischen Angriff auf die Ukraine auf Eis gelegt und auch danach betont, dass eine Inbetriebnahme nicht in Frage komme.

Schon kurz vor dem russischen Überfall auf die Ukraine hatten die USA Sanktionen gegen die Nord Stream 2 AG verhängt und alle Geschäfte mit dem Unternehmen mit Sitz in der Schweiz unmöglich gemacht. Erst kürzlich konnte ein drohender Konkurs erneut abgewendet werden. Das zuständige Gericht verlängerte eine provisorische Nachlassstundung bis zum 10. Januar 2023.

Bis mindestens Januar können Gläubiger damit kein Geld eintreiben. Ein vom Gericht eingesetzter Sachwalter kann prüfen, ob eine Sanierung oder Verständigung mit den Gläubigern Aussicht auf Erfolg hat. Wenn das nicht der Fall ist, muss nach Schweizer Recht ein Konkursverfahren eröffnet werden.

Quelle: Focus-online vom 26.09.2022

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gerhard
gerhard
2 Monate zuvor

Will da jemand mit aller Gewalt NS2 verhindern…es riecht irgendwie nach Sabotage ….wieso NS2 …die wurde doch nur gefüllt mehr nicht….
(in den ARD-Frühnachrichten zeigte man Proteste aus Sachsen u. Magdeburg …auch 1 Transparent ,,NS2 Öffnen“ ! Ist der Osten der Republik wieder allein auf der Straße ? Müssen wir die Drecksarbeit für den Westen mit erledigen ???

birgit
birgit
2 Monate zuvor

Welch ein Zufall !

Kleiner Grauer
Kleiner Grauer
2 Monate zuvor

Ein Loch in so eine Leitung zu bringen ist aufwändig-sehr aufwändig. Ich glaube nichts. Die Leitungen haben Erschütterungssensoren, die Alarm schlagen wenn etwas in der Nähe sich tut! Hier in der Nähe liegt eine Große, die wurde nach dem Neubau Jahrelang täglich vom Hubschrauber aus kontrolliert! Bei starkem Frost und Hochwasser heute noch!

Ulrike
Ulrike
2 Monate zuvor
Reply to  Kleiner Grauer

Das stinkt doch zum Himmel. Wetten dass es Sabotage ist ?

gerhard
gerhard
2 Monate zuvor

Also…lagen wir mit unseren Vermutungen richtig

Nach der Beschädigung der Nord-Stream-Gaspipelines unter der Ostsee suchen Behörden in Deutschland und Dänemark weiter nach der Ursache. Die dänische Marine und deutsche Spezialisten bemühten sich um Aufklärung, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagmorgen aus Sicherheitskreisen.
Bislang sei die Ursache für die Vorfälle nicht geklärt. Jedoch spreche einiges für Sabotage. Sollte es sich um einen Anschlag handeln, würde angesichts des technischen Aufwands eigentlich nur ein staatlicher Akteur infrage kommen.

Ulrike
Ulrike
2 Monate zuvor
Reply to  gerhard

Heute in einer Nachrichtensendung im Fernsehen. Es gab seismografische Erschütterungen……..noch Fragen ?

ottogeorg LUDWIG
ottogeorg LUDWIG
2 Monate zuvor

Der Druck für die Inbetriebnahme Nord Stream 2 seitens der Dt. Bevölkerung aufgrund des hausgemachten Energiemangels, ließ Staatl. Gegner die NS 2-Gasleitung durch 4 Lecks zerstören ! Verdacht dieser terroristischen Sabotage fällt auf Biden`s öffentlich gemachte NS 2-Zerstörungs-Drohung u. Polens übermittelte Zerstörungs Danksagung an die USA! Russland/Putin zerstört seine NS 2-Gasleitung nicht, Knopfdruck stellt den Gaszustrom aus – Außerdem sind für die Sabotage auffallendeSchiffe u.o. U-Boote u. Ausrüstung sichtbar ! Gesichtet wurde berichtet USA-Schifflotte in diesem betr. Gewässer !!!