KOMMUNIKATIONSCHEF: Trumps neuer Mann im Weißen Haus


Weinmühle

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#Bill Shine ist Donald Trumps neuer Kommunikationschef. Der ehemalige Vize-Präsident von Fox News wird in Gerichtsverfahren beschuldigt, im Sender eine frauenfeindliche Kultur gefördert zu haben.

Bill Shine hielt sich im Hintergrund. Während Donald #Trump in der vergangenen Woche seine Verbündeten beschimpfte, war sein neuer Kommunikationschef zwar an seiner Seite und reiste mit nach Europa – doch er suchte nicht das Rampenlicht. Im Gegensatz etwa zu seinem schillernden Vor-Vorgänger Anthony Scaramucci gab sich Shine bislang eher uneitel und versteht seine Rolle mehr als die eines Strippenziehers im Hintergrund. Doch spätestens seit der Pressekonferenz seines neuen Chefs mit dem russischen Präsidenten #Wladimir Putin in Helsinki weiß Bill Shine, dass er einen der schwierigsten Jobs im Land übernommen hat. Der Kommunikationswissenschaftler aus New York, der seine Karriere 1990 als Producer für Fox-Talkmaster Sean Hannity startete, ist nun verantwortlich für die gesamte Informationsstrategie des Präsidenten.

Shines Ernennung machte bislang keine großen Schlagzeilen. Dabei holte sich Trump mit ihm eine durchaus kontroverse Figur ins Weiße Haus. Shine ist ehemaliger Vizepräsident des Fernsehsenders Fox News, der immer noch mit mehreren Gerichtsverfahren wegen sexueller Belästigung kämpft. Dem neuen Kommunikationschef wurden nie Übergriffe auf Frauen vorgeworfen, er wurde aber in mehreren Gerichtsverfahren beschuldigt, die Vergehen von Roger Ailes, dem inzwischen verstorbenen ehemaligen Fox-Chef, gedeckt zu haben. Wie erst jetzt bekannt wurde, wurde Shine im vergangenen Jahr von der New Yorker Geschworenen-Jury vorgeladen, die den Umgang von Fox News mit den Vorwürfen mehrerer Frauen wegen sexueller Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz nachging.
Shine sagte schließlich freiwillig aus, Details über die Befragung wurden nicht bekannt.

Roger Ailes war im Juli 2016 zurückgetreten, nachdem ihm unter anderem die Moderatorin Gretchen Carlson vorgeworfen hatte, sie sexuell belästigt und ihre Karriere sabotiert zu haben. Shine sieht sich seitdem mit dem Vorwurf konfrontiert, dass er Opfer im Sender einschüchterte und mit einzelnen Personen Schweige-Abkommen schloss. Seine Karriere kam zum Stillstand und 2017 musste er schließlich gehen, weil er auch Moderator Bill O’Reilly verteidigt hatte und im Unternehmen hatte halten wollen. O‘Reilly zahlte 45 Millionen in außergerichtlichen Einigungen mit Frauen, die ihm sexuelle Übergriffe vorgeworfen hatten.

Trump stärkt seine Beziehung zu #Fox News

Einige Berater des Präsidenten sollen Bedenken gegen den ehemaligen Fox-Mann geäußert haben, weil die Konsequenzen laufender Gerichtsverfahren nicht absehbar seien. Und die Diskussion um Shines Rolle in den Belästigungs-Fällen könne auch neue Aufmerksamkeit auf die Vorwürfe gegen den Präsidenten selbst lenken. Immerhin 19 Frauen werfen Trump laut Medienberichten sexuelle Belästigung vor. Doch das hielt ihn nicht ab. Berichten zufolge wollte Trump Bill Shine unbedingt für den Posten des Kommunikationschefs gewinnen und umwarb ihn monatelang. Für den Präsidenten, der auch eine enge Beziehung zu Fox-News-Moderator Sean Hannity und anderen Sender-Größen unterhält, ist der kurze Draht zu Fox attraktiv. Der Deal soll schließlich beim Golfspielen mit Hannity und Shine zustande gekommen sein. Hannity gilt als einer der wichtigsten externen Berater von Trump – und da er auch ein Freund vom neuen Kommunikationschef ist, dürfte sein Einfluss noch wachsen. Der Präsident wiederum vertraue Shine, wenn es darum gehe, wie man sein Publikum an der Basis erreichen könne, meinen Beobachter. Trump-Beraterin Kellyanne Conway sagte, Shine habe seine Kompetenz bewiesen als er geholfen habe, einen der erfolgreichsten Sender des Landes aufzubauen, und das trotz „einer Lawine von Kritik und dauernder Lächerlichmachung“.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21.07.2018


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