Wenige Wochen vor der Landtagswahl: Wieder ein Liederbuch-Skandal in Österreich

03. November 2019

Wenige Wochen vor der Landtagswahl: Wieder ein Liederbuch-Skandal in Österreich

KULTUR & GESELLSCHAFT

Graz. Österreich hat wieder einen neuen „Liederbuch-Skandal“. Wenige Wochen vor der Landtagswahl in der Steiermark wundern sich politische Beobachter über das „passende“ Timing. Der aktuelle Skandal, der bislang freilich vor allem von den Medien aufgebauscht wird, soll sich nämlich ausgerechnet in Graz ereignet haben. Dort erhielt eine schlagende Schülerverbindung, das „Pennale Corps Austria zu Knittelfeld“, zu ihrem 125jährigen Jubiläum im Jahr 2005 von der Grazer Burschenschaft Cheruskia ein Liederbuch geschenkt, in dem es vor „rassistischen“, „antisemitischen“ und NS-verherrlichenden Texten nur so wimmeln soll.

Das strittige Liederbuch hat DIN-A4-Format und 444 Seiten. Auf dem Cover steht: „Liederliche Lieder zum 125. Stiftungsfest des Corps Austria zu Knittelfeld“.

Natürlich ist es auch in diesem Fall nicht schwer, die Freiheitlichen in den „Skandal“ zu verstricken – als „Altherrenobmann“ firmiert laut der Webseite der Schülerverbindung der steirische FPÖ-Landtagsabgeordnete Wolfgang Zanger, der auch dem freiheitlichen Landespräsidium angehört. Zanger weist allerdings darauf hin, daß das Buch „nicht von einem von uns, sondern von jemandem aus der Grazer Burschenschaft Cheruskia verfaßt worden ist“.

Die in solchen Fällen übliche Distanzierung weist Zanger denn auch von sich, denn:  „Distanzieren kann ich mich nur von etwas, das ich selbst geschrieben, gesagt oder getan habe. Warum soll ich mich von etwas distanzieren, das andere geschrieben haben?“

Distanziert vom „liederlichen Liederbuch“ hat sich allerdings sicherheitshalber der steirische FPÖ-Chef Kunasek. Er ließ verlauten: „Diese Publikation hat nichts mit der FPÖ zu tun. Die veröffentlichten Inhalte lehnen wir kategorisch ab.“ Ähnlich äußerte sich der Sprecher von Parteichef Norbert Hofer: „Die FPÖ distanziert sich von solchen Texten und lehnt entsprechende Inhalte ab. Außerdem hat die Partei damit nichts zu tun.“ (mü)

Quelle: zuerst.de vom 03.11.2019 


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