Besetzungscouch-Skandal auch in D: „Es war eine Massenvergewaltigung“


Anzuege.de

Asia Argento hat ihre Begegnung mit #Harvey Weinstein nachgestellt / YouTube/Screenshot
 

Der #Weinstein-Skandal zieht immer größere Kreise. Nun wagen sich auch in Europa erste Künstlerinnen aus der Deckung. JouWatch sprach exklusiv mit einer Schauspielerin und Sängerin (Name der Redaktion bekannt), die in der Film- und #Musikbranche in #Deutschland, #USA und #Frankreich tätig ist.

„Ich hab leider ein paar Sachen erlebt. Ich habe heute mit meiner Psychologin gesprochen, weil man natürlich viele Sachen zu Seite schiebt. Als ich in Paris gewohnt habe, habe ich für einen Libanesen gearbeitet, Produzent von Miss Wahlen, wir waren auch mehr als nur Geschäftspartner. In den letzten Jahren ist herausgekommen, dass er sein Geld wahrscheinlich mit dem Call-Girl-Business verdient hat.

 

Einmal war ich bei ihm in seiner Riesenvilla, da hat er mich plötzlich nach oben geschickt, weil er einen Anruf bekommen hat, denn Robert de Niro war auf dem Weg zu ihm. Er war in Paris. Und er hat #Robert de Niro Mädchen besorgt. Ich bin nach oben gegangen und hab mich versteckt, aber ich konnte sehen, es war wirklich Robert de Niro. Der ist in Paris auch mehrmals mit jüngeren Damen aus dem Hotel rein und raus. Der ist auch wie Weinstein, der ist auch nicht besser.

Die Musikbranche ist genauso dreckig. Einmal wurde ich zu einem Treffen mit dem Bruder eines bekannten Sängers eingeladen, um über eine Zusammenarbeit zu sprechen, der Treffpunkt war eine Wohnung in einem Pariser Vorort. Als ich in den Raum kam, waren bereits mehrere Männer dort und der Bruder versicherte mir, dass sie alle bald gehen würden und wir dann in Ruhe sprechen können. Das Letzte, an das ich mich erinnern kann ist, dass ich etwas zu trinken bekommen habe und dass ich am nächsten Tag nackt in der Wohnung mit Schmerzen aufgewacht bin. Offensichtlich war ich Opfer einer #Massenvergewaltigung geworden. Ich weiß aber nicht genau was passiert ist. Langsam kommt es wieder. Ich bin gerade in einer ziemlichen Depression, weil ich im Moment Flashbacks habe. Am Morgen war noch einer da, den ich nicht kannte, und der wollte mir auch an die Wäsche. Dann hab ich mein Kleid genommen und bin los gerannt.

Monate später bin ich dann in ein Studio eingeladen worden, und es war wieder eine Falle. Zum Glück hatte ich zu dem Zeitpunkt Doc Marten’s an. Es war ein wirkliches Musikstudio, wieder in einem Pariser Vorort, aber es war abends. Das war natürlich sehr naiv von mir, wer geht schon um 19 h in ein Studio? Die Szene ist mir noch so klar im Kopf, als ich merkte, dass ich wieder in einer Falle war und einer anfing, sich mir anzüglich zu nähern bin ich ausgerastet. Ich bin zu einer richtigen Furie geworden und bin geflüchtet. Mitten in der Nacht fand ich mich weinend auf der Straße Richtung Paris wieder. Zum Glück hat mich ein netter Taxifahrer nach Hause gebracht.

Ich hab mir jetzt angewöhnt, zur Furie zu werden, wenn sich mir einer nähert. Die Psyche ist bei mir da ziemlich kaputt. Ich habe PTSB (Posttraumatische Belastungsstörung), ich schlafe schlecht, bin bei der Psychologin, kriege Antidepressiva, hab auch mehrmals versucht mir das Leben zu nehmen. Das macht dich schon kaputt.

Ich habe auch oft anzügliche Sprüche erhalten, von künstlerischen Leitern in den Plattenlabeln, von Produzenten. Die Liste ist leider zu lang. Das ist ein bisschen die Voraussetzung für den Erfolg in der Branche. Ich hab ja immer abgelehnt, aber                      als ich in der deutsche Filmbranche angefangen habe, dachte ich mir, die sind ja alle ganz lieb, und bin auf einen Produzenten gestoßen, typischer Weinstein-Style. Der war auch so ein Ekel. Ich hatte erst ein sehr nettes Gespräch mit ihm, er meinte, ich würde perfekt für die weibliche Hauptrolle in seinem nächsten Film passen. Er bot mir an, abends zu mir zu kommen, um sich mein Klavier anzuschauen, von dem ich ihm vorgeschwärmt hatte. Zum Glück habe ich meinem besten Freund davon erzählt, der ganz entsetzt über meine Naivität reagierte: ‚Bist du irre? Der will sich nicht dein Klavier angucken.’ Er meinte immer, ich sei zu naiv und würde immer an das Gute im Menschen glauben. Dann hab ich dem Produzent abgesagt, und von dem Tag an war ich Luft für ihn. Ich hab ihn später immer wieder in Cafés mit jungen Mädchen gesehen, da hat er wohl die gleiche Masche angewandt.

Dann gab es einen Regisseur, der mir eigentlich anfänglich sehr sympathisch war. Seit seiner klaren Ansage, dass ich nur weiterkommen würde, wenn ich mich auf ihn einlassen würde, und meiner klaren Absage hat der mich auch nie wieder angesprochen. Ich habe einem Bekannten, auch Schauspieler, davon erzählt, den hat das eher amüsiert, das wäre ja nichts Schlimmes. Ich denke, viele männliche Schauspieler wissen Bescheid. Die Männer in der Branche decken sich gegenseitig.

Ich habe anzügliche Sprüche und Angebote von mehreren Personen erhalten und immer abgelehnt, ich konnte das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Ich habe das Gefühl, dass ich mit meiner Karriere nicht weiter gekommen bin, weil ich nein gesagt habe. Aber ich kann das nicht. Vor allem: Du hast ja auch keine Garantie, wenn du’s machst, dass du dann die Rolle bekommst. Ich weiß das auch von Weinstein in Cannes, wo ich vor ihm stand. Dadurch, dass ich schon Opfer wurde, habe ich sofort eine Abscheu gespürt bei ihm. Weinstein hat in Cannes einen ganz schlechten Ruf. Es ist jetzt ein Artikel rausgekommen von seinem Chauffeur in Cannes (JouWatch berichtet demnächst), das ist ganz schlimm. Der war bekannt dafür. Ich hab den auch immer gemieden. Wenn ich wusste, Weinstein kommt zu einem Event, hab ich dieses Event gemieden. Das war bekannt. Eine Meryl Streep kann mir nicht erzählen, dass sie nichts wusste.

Screenshot (1207)

Dann bin ich zu einer großen Berliner Synchronfirma, und habe meine CD mit den Stimmaufnahmen und meine Visitenkarte bei einem Regisseur abgegeben. Ein paar Tage später kam dann die erste Nachricht, nicht bezüglich meiner Arbeit, sondern er wollte mich zum Essen einladen. Ich hab versucht, das zu umgehen und habe Ausreden gefunden, da wurde er immer aufdringlicher: ‚Na komm, du willst es doch auch’ und ‚Komm, lass uns doch endlich treffen.’ Ich hab immer gesagt, ich bin krank oder irgend so eine Ausrede. Als er nicht aufhörte zu drängen, habe ich gesagt, ‚Heute ist mein Freund da.’ Das war der Moment, wo er aufgehört hat.

Ich hab das einem Bekannten bei der Synchronfirma erzählt, der wusste sofort, wer gemeint war. Das war dort seit Jahren allgemein bekannt. Der war einer der größten Regisseure dort. Wenn es sich angeboten hat, wenn er allein in der Regie war, hat er jungen Mädchen gesagt, ‚Stöhn doch mal ein bisschen.’ Er saß dann da – du siehst ja nichts durchs Fenster – und hat sich einen runtergeholt. Zum Glück wurde dieser Regisseur seitdem gefeuert, aber es gibt noch viele andere.


Ich glaube, du findest tausend Beispiele. Da kann mir keiner sagen, er hat das nie mitgekriegt. Es gibt auch Caster, die ihre Schlüsselposition ausnutzen. Auch davon weiss die Branche, aber es wird geschwiegen. Ich nehme es ein bisschen den Frauen übel, die schon einen Namen haben. In Frankreich sind Namen genannt worden, Isabaelle AdjaniLéa Seydoux, die eigentlich nichts zu befürchten hat, weil ihr Vater ein Big Boss in der Filmbrache ist. Den Leuten nehme ich’s schon ein bisschen übel. Die hätten früher schon was sagen sollen.

#Rose McGowan, die den Skandal um Harvey Weinstein losgetreten hat, ist ja ganz raus aus der Branche, denn sie hat vor Jahren gewagt, den #Sexismus in der Branche anzuprangern und wurde dafür aus #Hollywood gejagt.“

Morgen:

Besetzungscouch-Skandal: Die deutsche Branche packt aus


Höllberg

Quelle: journalistenwatch.com vom 20.10.2017

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2 Kommentare zu Besetzungscouch-Skandal auch in D: „Es war eine Massenvergewaltigung“

  1. Ulrike sagt:

    Das ist überall so. Besetzung läuft über die Couch. Noch Fragen ???

  2. Pingback: Dies & Das vom 20. Oktober 2017. | freistaatpreussenblog

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