Deutsche Bank: Sigmar Gabriel wird Aufsichtsrat

Der SPD-Politiker wird Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Bank. Die Eigentümer haben ihn darum gebeten.

THORSTEN MUMME ROLF OBERTREIS
Sigmar Gabriel (SPD), früherer SPD-Bundesvorsitzender
Sigmar Gabriel (SPD), früherer SPD-Bundesvorsitzender FOTO: JENS BÜTTNER/ZB/DPA
 

Der ehemalige Bundesminister Sigmar Gabriel (SPD) wird Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Bank. Nach Informationen des Tagesspiegels wird er die Position auf Bitten der Eigentümerseite wahrnehmen. Er soll Jürg Zeltner nachfolgen, der sein Aufsichtsratsmandat Ende vergangenen Jahres niedergelegt hat.

Gabriel werde zunächst gerichtlich als Aufsichtsrat bestellt werden und sich bei der nächsten Hauptversammlung den Aktionärinnen und Aktionären zur Wahl stellen, bestätigte die Bank die Personalie in einer Pressemitteilung. Der Antrag sei am heutigen Freitag eingereicht worden.

„Wir freuen uns sehr, mit Sigmar Gabriel einen überzeugten Europäer und Transatlantiker für den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gewinnen zu können“, sagte Paul Achleitner, Aufsichtsratsvorsitzender des Geldinstituts. „Als ehemaliger Umwelt-, Wirtschafts- und Außenminister wird Sigmar Gabriel mit seinem großen Erfahrungsschatz einen besonderen Beitrag leisten und unsere Kompetenz im Aufsichtsrat ergänzen.“

Das Aufsichtsratsmandat Zeltners soll Kritik der EZB hervorgerufen haben. Denn der leitet hauptberuflich die Bankengruppe KBL European Privat Bankers, ein Netzwerk von Privatbanken in Luxemburg. Die Notenbank soll darin einen Interessenskonflikt gesehen haben. Seinen Job bei KBL wollte Zeltner aber nicht aufgeben. Insidern zufolge wollte ihn Katar, das seit 2014 Anteile an der Deutschen Bank hält, trotzdem durchbringen.

Deutsche Bank im Umbruch

Gabriel sagte, die Deutsche Bank habe die Chance und die Verantwortung, „die Zukunft der deutschen und europäischen Wirtschaft mit zu gestalten. Dazu möchte ich einen Beitrag leisten“. Von 2009 bis 2017 war der 60-Jährige Vorsitzender der SPD und mehrfach Bundesminister. Von Januar 2017 bis März 2018 war er Außenminister, von 2013 bis 2017 Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Vor seiner bundespolitischen Karriere war er vier Jahre lang Ministerpräsident des Landes Niedersachsen und in dieser Zeit auch Präsidiumsmitglied des Aufsichtsrats von Volkswagen. Zudem gehörte er von 2005 bis 2009 dem Verwaltungsrat der KfW-Gruppe an.

Die Deutsche Bank befindet sich derzeit im Umbruch. Ist sie zwar nach Bilanzsumme nach wie vor die größte Bank der Bundesrepublik, musste sie dennoch in den vergangenen Jahren einen rapiden Abwärtskurs verkraften. Der Aktienkurs schrumpfte von 114 Euro im Jahr 2007 auf rund sechs Euro im vergangenen Sommer. Vorstandschef Christian Sewing kündigte daraufhin im Juli einen drastischen Sparkurs an, der insgesamt rund 18.000 Jobs kosten soll. Berichten zufolge soll die Hälfte davon in Deutschland wegfallen. Ziel ist es, die Belegschaft auf 74.000 zu reduzieren.

Viele Einkommensmillionäre

Neben hausgemachten Problemen macht der Deutschen Bank auch das Niedrigzinsumfeld schwer zu schaffen. Trotz der Dauerkrise zählen die Spitzenmanager des Geldhauses zu den am besten bezahlten in Europa. 643 Angestellte der Deutschen Bank können sich als Einkommensmillionäre bezeichnen; das heißt, sie bekommen ein Jahresgehalt von mindestens einer Million Euro brutto. In keiner anderen Bank des Kontinents liegt der Wert so hoch.

Gabriel ist Autor der Holtzbrinck-Gruppe, zu der auch der Tagesspiegel gehört. Außerdem ist er Vorsitzender der Atlantik-Brücke(Tsp)

Quelle: Der Tagesspiegel vom 24.01.2020

Anmerkung der Redaktion staseve: Ein Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank erhält so um die 263.000 Euro im Jahr. Er wird also kein Sozialfall, der ehemalige deutsche Außenminister von der SPD.


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4 Kommentare zu Deutsche Bank: Sigmar Gabriel wird Aufsichtsrat

  1. ulrike sagt:

    Dieser Schmarotzer mischt überall mit. Der passt zur Deutschen Bank.

  2. gerhard sagt:

    Es bleibt uns nichts erspart

  3. birgit sagt:

    Mich wundert das die nicht gleich den Friedrich Merz eingesetzt haben.
    Da wäre das Ziel für Laurence Douglas Fink schneller und einfacher zu erreichen.
    BlackRock läßt grüßen, die Übernahme steht vor der Tür. Es geht von einer Verwaltung in die nächste Verwaltung.

  4. Waldtürenöffner sagt:

    Versager sind scheinbar gefragter als, gebildete Streber.

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