VORSICHT VOR SPEZIELLEM WAHLRECHT – Bayernwahl 2018: So funktioniert’s!

 


Ostseeflug

Am Sonntag wird in Bayern gewählt – mit einem ganz speziellen Wahlrecht!

Am Sonntag ist es wieder soweit: In #Bayern sind Landtags- und Bezirktagswahlen. Vorsicht: Sie bekommen also vier Stimmzettel. Ja, in Bayern gilt ein retro-vaginales (hinterfotziges) #Wahlrecht.

Das Wichtigste zuerst: Bitte benutzen Sie NICHT den Stift in der Kabine für Ihre Kreuzchen, sondern nehmen Sie sich einen eigenen Filzstift oder Kugelschreiber mit. Im besten Fall „vergessen“ Sie anschließend den Stift in der Kabine.

 

Bei dieser Wahl können ungefähr 9,3 Millionen Bayern abstimmen. Das sind 15 Prozent von Deutschland. Man kann also durchaus von „bundesweitem Interesse“ ausgehen.

Es gibt wie immer eine Erst- und eine Zweitstimme. Aber der Schein trügt. Im Gegensatz zur Bundestagswahl werden in Bayern die Erst- und Zweitstimme für die finale Sitzverteilung der Parteien im Landtag zusammengezählt. Die Erststimme hat also in Bayern eine viel höhere Bedeutung.

Abgeordnete ziehen in den Landtag ein, wenn sie entweder mit der Erststimme direkt gewählt werden oder wenn sie weit oben auf der Parteiliste stehen.

Für die Abgabe der Erststimme gibt es den kleinen Wahlschein, da hier jede Partei nur einen Kandidaten nennen kann. Wichtig: Wählen Sie immer den Kandidaten Ihrer Partei, da die Erststimme, anders als bei der Bundestagswahl, für die Anzahl der Mandate der Partei wie eine zusätzliche Zweitstimme wirkt.

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Jede Partei erstellt für jeden Bayerischen Bezirk eine eigene Parteiliste mit den Kandidaten, die sie gerne im Landtag sehen würde. Die Rangfolge auf dieser Liste entscheiden Sie mit Ihrer Zweitstimme. Sie können also einen Kandidaten auf einer Parteiliste quasi nach oben wählen. Das heißt: Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Kandidat über die Liste in den Landtag einzieht, wird höher. Auch der Direktkandidat sammelt für den Fall, dass er scheitern sollte, mit der Erststimme Punkte für diese Rangliste. Er steht sozusagen virtuell immer auch auf der Zweitstimmenliste, obwohl Sie ihn da gar nicht finden können.

Wichtig: Sie sprechen sich also mit Ihrer Erst- und Zweitstimme jeweils für eine Partei UND einen Kandidaten aus. Ja, das ist das retro-vaginale Wahlrecht in Bayern.

Zum einen nehmen Sie Einfluss auf die Rangfolge der Listenkandidaten der Partei, zum anderen bestimmen Sie auch den Anteil der Parteisitze im Landtag.

Um jetzt herauszufinden, wie viele Kandidaten auf der Liste in den neuen Landtag einziehen dürfen, werden nun Ihre Erst- und Zweitstimme zusammengerechnet. Dadurch ergeben sich dann auch die Sitzverhältnisse im Landtag. Zunächst kommen alle Direktkandidaten, die gewählt wurden, zum Zug. Danach, sollte noch Platz sein, entscheidet die Liste.

Es kann passieren, dass eine Partei mehr Direktmandate bekommt, als ihr nach Berechnung von Erst- und Zweitstimmen zusteht. Dann passiert folgendes: Sie ahnen es schon… Selbstverständlich ziehen trotzdem alle direkt gewählten Abgeordneten in den Landtag ein! Damit das Sitzverhältnis aber weiterhin stimmt, ziehen zusätzlich weitere Listenkandidaten der anderen Parteien nach, sogenannte Ausgleichsmandate. Wegen der Schwäche der CSU gehen viele davon aus, dass es zu massiven Überhangmandaten kommen wird. Wie beim Bundestag werden das bei vielen Parteien, die Ausgleich verlangen können, auch viele Abgeordnete tun. Sie sehen also, Sie können am Sonntag mehr bewegen, als Sie vielleicht dachten.

Bestimmen Sie, ob der Landtag (der Politikapparat) noch weiter wächst – oder endlich konzertiert wieder zu den wesentlichen Grundsätzen einer bürgernahen Politik zurückfindet.

Wahlberechtigt sind alle volljährigen Menschen mit deutschem Pass, sofern sie seit drei Monaten in Bayern wohnen. Der Hauptwohnsitz ist ausschlaggebend.

Diese Wahl ist wichtig für Bayern und Wegzeiger für den Bund. Deshalb gehen Sie bitte zur Wahl! Vergessen Sie aber auf keinen Fall Ihren blauen Kugelschreiber am Sonntag.

Quelle: pi-news.net vom 10.10.2018


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3 Kommentare zu VORSICHT VOR SPEZIELLEM WAHLRECHT – Bayernwahl 2018: So funktioniert’s!

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  2. Ulrike sagt:

    Die Bayern werden da so richtig verarscht mit diesen Stimmzetteln. Wetten dass alte Leute das nicht kapieren.?

  3. Pingback: Dies & Das vom 12st Oktober 2018. | freistaatpreussenblog

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