Ostasien: Russlands Strategie versetzt USA in Panik

Die Präsidenten Wladimir Putin und Xi Jinping. Bild: Pressedienst des russischen Präsidenten.
Die Präsidenten Wladimir Putin und Xi Jinping. Bild: Pressedienst des russischen Präsidenten.

Ein gewichtiger US-Think-Tank lässt mit einer Studie in Washington die Alarmglocken schrillen. Russlands strategisches geopolitisches Vorgehen, vor allem in Ostasien, sei deutlich nachhaltiger als jenes der USA. Das „amerikanische Jahrhundert“ neigt sich dem Ende zu.

Von Marco Maier

Die Experten Michelle Shevin-Coetzee und Axel Hellman warnten in ihrer Analyse im Magazin für internationale Beziehungen „The National Interest“ vor den Auswirkungen der oftmals kurzsichtigen US-Außenpolitik. Die politischen Entscheidungsträger des Landes „sollen nicht Kurzfristiges gegenüber dem Langfristigen bevorzugen und Letzteres dann ausschließen“.


Besonders kritisieren die Experten des Center for a New American Security (CNAS), welches als eines der wichtigsten Denkfabriken Washingtons in Militärbelangen gilt, dass die US-Politiker stets von einem Krisenherd zum nächsten springen würden und dabei die langfristigen Ziele, insbesondere in Ostasien, außer Acht lassen würden. Die Autoren warnten davor, dass „während Russland die Grätsche managed“, die feine Linie zwischen Krisenmanagement und strategischer Planung zu beherrschen und „unmittelbare Bedrohungen und in zukünftige Partnerschaften zu investieren“ verbinde, müssten die US-amerikanischen politischen Entscheidungsträger dies auch machen. Die Strategen der Denkfabrik erkennen offenbar auch, dass die US-Außenpolitik einfach nur desaströs ist, während Russland eine ganzheitliche Außenpolitik betreibt.

So fordern die Analysten auf, dass die „politischen Entscheidungsträger es sich nicht erlauben können, die asiatisch-pazifische Region und die zunehmende Rolle die Russland dort spielt zu vernachlässigen.“ Die Region sei eine Heimstatt „für dynamische Volkswirtschaften, wachsende Kräfte und mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung.“ Zudem würde die Region „signifikante wirtschaftliche Versprechen“ beinhalten, so die Autoren weiter.

Besonders kritisieren die CNAS-Experten auch, dass sich Washington in der Region zu sehr auf die Züge Chinas versteifen würden und dabei die Rolle Russlands zu sehr vernachlässigen. „Russland entwickelt eine engere Verteidigungs-, Wirtschafts- und Energiezusammenarbeit mit China und anderen Ländern in der Region“, so die Studie. Hier gingen Moskaus Sicherheitspolitik mit wirtschaftlichen Interessen Hand in Hand, während China den USA Paroli biete und an einer neuen Weltordnung arbeite, die Pekings Interessen diene.

Die Enge Zusammenarbeit zwischen Moskau und Peking stößt den Strategen besonders sauer auf. Insbesondere die Lieferung des russischen S-400-Luftabwehrsystems an China „repräsentiert einen wichtigen Meilenstein“ in den Sicherheitsbeziehungen zwischen diesen beiden Ländern. Denn Russland verhilft den Chinesen zu einer äußerst effektiven Luftabwehr, mit der das Land seine territorialen Interessen gegenüber den von den USA unterstützten Ländern in der Region verteidigen könne. China wird dadurch faktisch zu einer Festung.


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Auch die westlichen Sanktionen gegen Russland werden kritisiert. Die dadurch entstandene „sino-russische Entente“ würde „die Möglichkeit die wirtschaftliche und finanzielle Kraft der USA zu planen unterminieren“. Es sei Washington nicht möglich, Russland ökonomisch in die Knie zu zwingen. Ganz im Gegenteil habe die US-Politik gegenüber Russland dazu geführt, dass Moskau den Fokus verstärkt auf Asien gelegt habe und damit den Siegeszug des chinesischen Yuan beschleunigte – zulasten des US-Dollars und der USA.

Kurz gesagt: Die Experten des CNAS erklären der US-Politikerkaste damit, dass diese mit ihrer egoistischen und kurzsichtigen Denkweise die geopolitischen Hegemonialinteressen der USA verspielt haben. Denn Russlands Versuch von Kooperationen auf Augenhöhe und mit Vorteilen für beide Seiten steht eben der US-Politik der Dominanz und Besatzung diametral entgegen. Und sie ist auch langfristig deutlich erfolgreicher. Schon in wenigen Jahrzehnten könnte das Bündnis zwischen Russland und China die Welt deutlich stärker prägen als es die Vereinigten Staaten von Amerika dann tun werden. Das „amerikanische Jahrhundert“ wird dann vorbei sein.

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Quelle: contra-magazin.com vom 25.12.2015

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