Schleswig-Holsteins Kulturministerin gegen Merkels Nolde-Entscheidung

 

Kiel – Die Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur von Schleswig-Holstein, Karin Prien (CDU), hat sich kritisch gegenüber der Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geäußert, künftig kein Gemälde des Malers Emil Nolde in ihrem Amtszimmer im Bundeskanzleramt aufzuhängen. „Es gibt großartige Kunst von furchtbaren Künstlern“, sagte Prien der „Welt am Sonntag“. Diese Spannung zwischen Mensch und Werk sei Teil der Kunst.

Es sei auch Aufgabe der Politik, sie zu nutzen, um zum Nachdenken und zur Diskussion anzuregen. „Diese Werke zu verdecken oder im Keller verschwinden zu lassen, ist zu einfach. Wir müssen die Herausforderung annehmen und als Gesellschaft die Kontroverse nicht nur ertragen, sondern zum Anlass nehmen, aktiv in die Debatte einzusteigen“, so Schleswig-Holsteins Kulturministerin weiter.

 


Spritziges aus Südtirol

Merkel hatte gerade zwei Gemälde Noldes aus ihrem Arbeitszimmer zurückgegeben. Die Bilder „Brecher“ und „Blumengarten“. „Brecher“ wird gegenwärtig in einer Berliner Ausstellung über Nolde im Nationalsozialismus zu sehen sein.

Beide Werke sollen danach nicht ins Kanzleramt zurückkehren. Nolde wurde von den Nazis einerseits als „entarteter Künstler“ diffamiert. Er war aber auch NS-Parteimitglied, Antisemit, Rassist und bis zum Ende überzeugter Nationalsozialist.

Quelle: journalistenwatch.com vom 14.04.2019 


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