„80 PROZENT DER TÜRKEN SIND RASSISTISCH“ – ARD-Rührstück zu „Flüchtlingen“ in der Türkei

 

Haltungsjournalismus vom Feinsten: Christian Buttkereit, ein moralisierender Merkel-Schreiber des SWR, zeigt uns auf tagesschau.de die Welt, wie sie ihm gefällt.

Von SARAH GOLDMANN | Die staatliche Pro-Flüchtlingspropaganda hat in allen Mainstream-Medien, aber insbesondere bei den Lohnschreibern von ARD und ZDF zur Ausbildung bestimmter Genres geführt.

Da gibt es einmal die Geschichten um die ehrlichen Flüchtlinge, die Brieftaschen mit großen Geldbeträgen finden und sie sofort abgeben. Sie sollen die moralische Vollkommenheit der Flüchtlinge zeigen. Andere Geschichten stellen den Fleiß und das unglaubliche Geschick der Flüchtlinge heraus.

Bis man es schließlich nicht mehr glaubte, wurden uns auch ihre fantastischen Qualifikationen weisgemacht, Stichwort „Ärzte und Ingenieure“. Schließlich werben die Öffentlich-Rechtlichen für Merkels Flüchtlingspolitik, indem sie Rührstücke aufführen, in denen um Mitleid mit den „Schutzsuchenden“ geworben wird.

Letzteres stand am Freitag, dem 07.08. bei den ARD-Nachrichten wieder auf dem Programm, ein Bericht über Flüchtlinge in der Türkei, Titel: Syrische Flüchtlinge in der Türkei, „Uns sind alle Türen verschlossen“

Wie bei allen Rührstücken, die das Ziel haben, Mitleid zu erzeugen, ist die durch den Autor Christian Buttkereit geschriebene Realität anfällig für Widersprüche und Ungereimtheiten. Sie rühren daher, dass die Wirklichkeit auf ein Ziel hin zurechtgebogen wurde, so auch hier.

1. Akt: Fünf Monate eingesperrt in einer Wohnung

Den Aufhänger bildet die Behauptung, die Kinder einer syrischen Flüchtlingsfamilie hätten in fünf Monaten nur zweimal ihre Wohnung in Istanbul verlassen können:

Eine ruhige Seitengasse in einem einfachen aber irgendwie doch ganz beschaulichen Istanbuler Viertel nahe des Goldenen Horns. Auf der Straße spielen Kinder Fußball, türkische Kinder. Wassim dagegen sitzt mit seinen vier Geschwistern in der Wohnung. Sie sind Syrer. Auf die Straße traue er sich nicht mehr, sagt der 10-Jährige:

„Ich habe dort mit dem Roller gespielt und die Nachbarin hat mir gesagt, wenn ich eines der anderen Kinder anfahre, wird sie mich verprügeln. Sie sagte zu mir, komm nie wieder hierher.“ 

In den fünf Monaten, die die Wassims Familie hier lebt, waren er und seine Geschwister nur zweimal draußen. Erst durften sie nicht wegen Corona, später befürchteten sie, von den anderen Kindern oder Nachbarn schlecht behandelt zu werden.

Geschickt knüpft der Autor hier an Erfahrungen an, die den meisten Lesern aktuell geläufig sind, schlimme Erfahrungen. Zweimal so schlimm dann also für die syrischen Flüchtlinge wegen der doppelten Zeit? Glaubhaft ist das nicht: Vermutlich mussten Vater und Mutter doch irgendwann die Wohnung zumindest verlassen um Lebensmittel einzukaufen. Es stellt sich die Frage, warum Mama und Papa dann so herzlos waren und die Kinder nicht wenigstens ins Geschäft mitnahmen. Oder warum sie ihre Kinder nicht weiter weg von der bösen Nachbarin unter ihrer Aufsicht spielen ließen. Buttkereit hinterfragt das nicht und er bezweifelt es nicht.

2. Rühr-Akt: Die Kinder dürfen nicht die Schule besuchen

Vater Mohammed beklagt, dass seine Kinder dieses Jahr nicht mehr zur Schule gehen dürfen:

„Ich glaube nicht, dass sie dieses Jahr zur Schule gehen können. Ich habe versucht, sie anzumelden, aber sie haben sie abgewiesen.“ Drei Gründe werden im Bericht genannt, die Buttkereit selbstverständlich nicht hinterfragt:

– die Kinder würden kaum Türkisch sprechen,
– sie hätten kein Tablet für den Unterricht und
– sie können nicht angemeldet werden, weil sie im 1000 km entfernten Mersin registriert wurden

Schauen wir uns die Gründe im Einzelnen an: Dafür, dass der zehnjährige Wassim „kaum Türkisch spricht“, hat er die recht umfangreiche und differenzierte Drohung der Nachbarin (siehe oben) allerdings gut verstanden.

Wenn Papa Mohammed seine Kinder nicht zur Schule anmelden kann, wie er sagt, fragt es sich, wie die Kinder dann mit Tablet am Unterricht besser teilnehmen können als ohne Tablet, wenn es ihnen soundso verwehrt ist.

Und schließlich hat es der dritte Punkt in sich. Seit 2019 gibt es in der Türkei eine Residenzpflicht, wie die WELT im Juli 2019 berichtete:

Die türkische Regierung hat allen Syrern in Istanbul ohne gültige Papiere eine Frist bis zum 20. August gesetzt, um die Bosporus-Metropole zu verlassen. Bis dahin müssten Syrer, die in anderen türkischen Provinzen registriert seien, dorthin zurückkehren, teilte das Istanbuler Gouverneursamt am Montag mit. Wer anschließend noch in Istanbul sei, werde in die entsprechende Provinz zurückgeschickt.

Buttkereit vom SWR war so nett zu sagen, dass Mohammeds Familie seit fünf Monaten in Istanbul wohnt. Er sagte aber nicht, dass dies bereits seit einem Jahr nicht mehr erlaubt ist. Die Klage über den fehlenden Schulbesuch und eine fehlende Krankenversorgung hat sich Papa Mohammed also selbst zuzuschreiben, weil er gegen bestehende türkische Gesetze verstoßen hat und illegal seinen Residenzort verließ. Das schreibt Buttkereit nicht, warum nicht? Weil er es nicht weiß? Dann wäre er – mit Bertolt Brecht gesprochen – ein Dummkopf. Weil er die Wahrheit absichtlich unterschlägt? Was wäre er dann?

3. Akt: Die armen Flüchtlinge können nicht weiter nach Europa

Papa Mohammed beklagt, dass 80 Prozent der Türken rassistisch seien. Vielleicht stimmt es, vielleicht hat es auch Gründe. Einen nennt ein Flüchtlingshelfer in dem ARD-Bericht: Die Türken seien davon ausgegangen, Gäste (!) aufzunehmen und keine Menschen, die dauerhaft bleiben wollen. Auch die Mutter der beschriebenen Familie, Marwan, will nicht gehen: „Wenn die Situation in Syrien besser wird und Assad geht, dann würde ich zurückkehren.“ Was aber genau besser werden muss und vor allem, wer das erledigen soll, erfragt der „ARD-Journalist“ nicht von der Familie. Mit einem bedeutungsschweren Satz unterstreicht er stattdessen am Ende seines Rührstücks Mama Marwans düstere Zukunftsvisionen:

„Unsere Kinder erwartet ein hartes Leben, wenn sie hier aufwachsen. Für sie wird es noch schlimmer werden, als für uns.“

 Es ist zu befürchten, dass sie Recht hat.

So erklärt sich dann auch das merkwürdige Symbolbild, das nicht eine beengte Wohnung zeigt oder Kinder, die sehnsüchtig vor einer Schule stehen, sondern verhärmte Familien im kalten Nebel eines Flüchtlingstrecks. Sie wollen weiter, sie müssen weiter, die Armen. Die Richtung, moralisch und geographisch, ist dem gut erzogenen ARD-Leser hier bereits längst klar.

Schluss: Was macht einen wie Buttkereit zum ARD-Korrespondenten?

Christian Buttkereit vom SWR ist ein moralisierender Merkel-Schreiber, der seinen Dienst gewissenhaft versieht. Er hat das Elend der syrischen Flüchtlingsfamilie ausdrucksstark geschildert, ein wenig weggelassen, aus Dummheit oder aus Berechnung, hier und dort etwas unhinterfragt hingenommen und viel Stimmung erzeugt für die armen Kinder, die arme Mutter und den armen Vater. Wie wird man zu so einem „Journalisten?

Vielleicht ist es die richtige „Haltung“, öko-, friedens- und flüchtlingsbewegt. In seiner Vita der ARD führt Christian Buttkereit sicher nicht zufällig an, dass er zwischen Ausbildung und Zivildienst eine viermonatige Fahrradreise von Ostwestfalen bis in die Südtürkei machte.

Quelle: pi-news.net vom 07.08.2020 


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Ein Kommentar zu „80 PROZENT DER TÜRKEN SIND RASSISTISCH“ – ARD-Rührstück zu „Flüchtlingen“ in der Türkei

  1. ulrike sagt:

    Das ganze Gejammer zielt doch ab dass sie alle nach Dumm-Deutschland wollen.
    Dieser Buttkereit drückt doch auch nur auf die Tränendrüse. Ekelhaft.

    Kümmert euch lieber mal um die vielen armen Kinder in Deutschland.

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