Reichenbach/Oberlausitz: Fischsterben im Schwarzen Schöps nach Pflanzengift-Havarie


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Nach einer Havarie in Reichenbach/Oberlausitz ermittelt die Kriminalpolizei Görlitz. Beim Betanken einer Pflanzenschutzspritze am Sonnabend flossen rund 200 Liter in den Schwarzen Schöps. Hunderte Fische und andere Kleinlebewesen, die unter Naturschutz stehen, starben. Möglicherweise ist der kleine Bachlauf auf einer Länge von mehr als einem Kilometer schwer geschädigt worden.

Der Schwarze Schöps - Im Wasser kein Leben mehr!
Bildrechte: MDR/Uwe Walter

Wild romantisch mutet das kleine Tal unweit vom Rotstein zwischen Reichenbach und Löbau an. Der Schwarze Schöps schlängelt sich durch Wiesen, auf denen Pferde grasen. Rehe äugen aus der Ferne, ein Bussard pfeift vom Himmel. Am Ufer stehen alte Weiden und Birken. Wurzeln von Erlen ragen aus dem Ufer. Leise plätschert der Schwarze Schöps über die Kieselsteine. Doch das Idyll ist trügerisch. Kein Lebewesen ist im kristallklaren Wasser zu sehen. Kein Wasserläufer jagt über die Oberfläche, kein Fisch stemmt sich gegen die Strömung, keine Schnecke wälzt sich über die Kieselsteine auf dem Grund.

Biologisch totes Wasser

BayWa Reichenbach - Selbstfahrende Pflanzenschutzspritze - beim Betanken kam es zur Havarie
Beim Befüllen einer Pflanzenschutzspritze kam es zur Havarie.Bildrechte: MDR/Uwe Walter

Im Reichenbacher Ortsteil Oehlisch ist am Sonnabend Pflanzenschutzgift in den Schwarzen Schöps geflossen. Derzeit spritzen die Bauern unter anderem ein Mittel auf die Felder, um Rapskulturen vor Pilzbefall zu schützen. Beim Betanken eines Fahrzeuges mit dem Gift kam es auf dem Gelände der BayWa in Reichenbach zu einer Havarie. Rund 200 Liter Gift-Wasser-Gemisch flossen über einen Regenwasserkanal in den Lohegraben, in das Reichenbacher Wasser und von dort aus in den Schwarzen Schöps.

Fische hatten keine Chance

Hunderte tote Fische trieben am Wochenende flussabwärts. Peter Kluß vom Anglerverband Elbflorenz e.V. ist stinksauer und deshalb noch immer kurz angebunden. „Das gesamte Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht absehbar“, meint Kluß. Das verwendete Pflanzenschutzmittel ist nach Herstellerangaben sehr gefährlich. Es kann bei Menschen allergische Reaktionen hervorrufen und steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Babys im Mutterleib können geschädigt werden. Zudem ist es sehr giftig für Wasserorganismen, warnt der Hersteller.

Bachneunauge
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Die Bachforellen, das Bachneunauge, die Wasserflöhe und Wasserschnecken hatten keine Chance. Es wird mindestens ein halbes Jahr dauern, bis sich der Schwarze Schöps auf diesem Abschnitt wieder erholt hat.

Peter Kluß Anglerverband Elbflorenz e.V.

Seit Jahren versuchen die Angler, die Flüsse und Bachläufe in der Oberlausitz wieder zu beleben, nachdem sie in der DDR-Zeit als eine Art Kanalisation für die Industrie genutzt worden sind. Im benachbarten Löbauer Wasser sah man beispielsweise an der Farbe des Flusses, mit welchen Farben die Textilien gerade eingefärbt wurden. Nach der Wende setzte der Anglerverband tausende Jungfische in der Oberlausitz aus. Mit Erfolg. Auch im Schwarzen Schöps bei Oehlisch tummelten sich wieder Bachforellen. Aber nur bis Sonnabend. Rund 100 tote Fische, zwischen zehn und 30 Zentimeter groß, fischten Anwohner und Angler aus dem verseuchten Gewässer.

BildergaleriePflanzschutzmittel tötet Fische im Schwarzen Schöps

Kripo und Behörden ermitteln

Die Kriminalpolizei in Görlitz hat die Ermittlungen aufgenommen. In der unteren Wasserbehörde werden Wasserproben ausgewertet. Bislang liegen noch keine Ergebnisse vor, sagte eine Sprecherin vom zuständigen Landratsamt in Görlitz. Die BayWa AG bedauert Zeitungsberichten zufolge den Vorfall, will sich aber aufgrund der laufenden Verfahren nicht mehr äußern. Möglicherweise hatte der Schwarze Schöps Glück im Unglück. Die Katastrophe scheint sich auf einen Abschnitt von etwa einem Kilometer Länge zu begrenzen. Flussabwärts bei Meuselwitz und Döbschütz fanden weder Anwohner noch Angler tote Fische. Im klaren Wasser sind Fische, Schnecken und Wasserläufer zu sehen.

Wasserschnecken
Wasserschnecken lieben saubere Bachläufe.Bildrechte: IMAGO

Quelle: MDR vom 27.05.2017

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2 Kommentare zu Reichenbach/Oberlausitz: Fischsterben im Schwarzen Schöps nach Pflanzengift-Havarie

  1. Ulrike sagt:

    Und dieser giftige Dreck kommt auf die Rapsfelder? Und anschliessend kaufen wir Raps-Öl für unseren Salat. Klasse. So werden wir systematisch vergiftet. Guten Appetit. Die Herrschaften die das zu verantworten haben sollten ihren Dreck alleine fressen müssen.

  2. Ulrike sagt:

    Regt sich hier ausser mir niemand auf ??

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