Zu schlau für die Genossen? Warum Sarrazin in Wirklichkeit aus der SPD geflogen ist

Thilo Sarrazin (Foto:Imago/Leber)
 

Treffender hätte das Datum für diesen historischen Tag nicht gewählt sein können: Pünktlich zum islamischen Opferfest Eid Mubarak, zu dem SPD-Politiker einen wahren Schleimteppich ausbreiten und sich gegenseitig mit Ergebenheits- und Unterwerfungsgesten gegenüber ihrer muslimischen Kernzielgruppe zu übertrumpfen suchen, entschied die Bundesschiedskommission der Partei heute letztinstanzlich den Ausschluss Thilo Sarrazins – wegen „islamfeindlicher“ und „rassistischer“ Thesen unter anderem in seinem Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ von 2010.

Ein faires Verfahren hatte der Sarrazin, der für die heute nicht nur aus der Mode gekommene, sondern geradezu undenkbare einstige Vereinbarkeit von sozialdemokratischer Überzeugung und Patriotismus stand, in seiner Partei nie zu erwarten und dies wusste er auch stets. Die zunehmend von Gesinnungsstalinisten und islamophilen Multikulturalisten beherrschte SPD biedert sich zum Teil aus Überzeugung, zum Teil aus opportunistischem Überlebensinstinkt bei den neuen Herren dieses Landes an – und nach dieser Lesart gehört der Islam nicht zu Deutschland, sondern Deutschland zum Islam.

Selbstredend, dass hier Schauprozesse und demonstrative Selbstdistanzierung folgen mussten – zur Bloßstellung und Vernichtung jener, die sich ihr Reflexionsvermögen bewahrt haben und sich (schon lange vor der „Flüchtlingskrise“ und millionenfachen islamischen Prekariatseinwanderung seit 2016) fragten, ob diese Partei eigentlich von allen guten Geistern verlassen ist. Inhaltliche Positionskritik als „Parteischädlichkeit“ zu interpretieren, das hat in allen tschekistischen Organisationen eine große Tradition. Interessant in diesem Zusammenhang ist die abiträre Definition, was „parteischädigendes Verhalten“ ist: Ein in eine Kinderporno-Affäre verstrickter Sebastian Edathy darf bis heute unbehelligt Mitglied bleiben, doch wer den Finger in offene gesellschaftliche Wunden legt, wird zum Nestbeschmutzer erklärt.

Bei führenden und prominenten Genossen darf man getrost annehmen, dass sie sich mit Sarrazins Büchern (außer besagtem Corpus delicti „Deutschland schafft sich ab“ vor allem auch seine Nachfolgewerke, das semiautobiographische Stück „Der neue Tugendterror. Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland“ von 2014 sowie „Feindliche Übernahme. Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“ von 2018) nie befasst geschweige denn gelesen haben – und hätten sie es, so wären sie damit intellektuell wohl schlichtweg überfordert gewesen.

(Screenshot:Twitter)

Wenn man sich die stupiden Statements einer Sawsan Chebli oder des Generalsekretärs Lars Klingbeil zum heutigen Urteil zu Gemüte führt („Klares Stoppschild für Sarrazin!“), vor allem aber die primitiven Breitseiten des auch hier gewohnt unterirdischen Karl Lauterbach goutiert, so könnte man sogar die provokante These aufstellen: Die Genossen, die mittlerweile am Ruder der SPD sitzen, waren offenkundig schlicht zu borniert, um Sarrazins Bücher zu lesen – und um diesen Umstand zu kaschieren, wollen sie ihn loswerden. Vielleicht aber waren sie auch damals nur Angela Merkels Leseempfehlung gefolgt, die – wohl ein einmaliger Vorgang in der bundesdeutschen Kulturgeschichte – als amtierende Kanzlerin öffentlich erklärt hatte, sein Buch sei „nicht hilfreich“.

Das Denunzieren, Abstempeln und Etikettieren von Sarrazins verblüffend stringenten Gedanken über Islamisierung, Parallelgesellschaften, Integrationsversagen, Identitätsverlust und linker Realitätsblindheit als angebliche „Hetze“ oder „Islamophobie“ entspricht so ganz der heutigen Standardprozedur zur Diskreditierung missliebiger Querdenker und kritischer Freigeister, für die die Sozialdemokratie einst berühmt war. Kein Wunder, dass die heutigen Zeitungsberichte und TV- sowie Radiomeldungen zu seinem vorläufig besiegelten Rausschmiss voller Genugtuung waren: Nach 10 Jahren sei es der SPD „endlich gelungen“, Sarrazin „loszuwerden“, war da zu hören; oder es wurde die absurde Anklageposition („rassistische und islamfeindliche Äußerungen“) als Tatsachenbehauptung übernommen.

Ehrabschneiderische Stigmatisierung

Sarrazin hat völlig recht – und es ist ihm dabei alle Kraft zu wünschen -, wenn er den Kampf gegen seine Ausgrenzung und perfide innerparteiliche Mundtotmachung, gegen diese ehrabschneiderische Stigmatisierung nun zivilgerichtlich weiterführt; wenn es sein muss, bis zum Bundesverfassungsgericht. Er tut dies nicht, weil er auf diese verlorene SPD auch nur noch einen Blumentopf geben würde. Sondern weil er ein Mann mit Rückgrat und Prinzipien ist, der 47 Jahre lang in dieser Partei aktiv war; länger als die meisten derer überhaupt alt sind, die heute über ihn ein Gesinnungstribunal abhalten – statt in ihm eine Bereicherung als unbequemer Querdenker zu sehen.

Wir müssen eine weitere Zuwanderung aus fremden Kulturen unterbinden. Die multikulturelle Gesellschaft ist eine Illusion von Intellektuellen.“ Das ist genau die Position Thilo Sarrazins, für die ihm sein Parteibuch entzogen wurde. Dummerweise jedoch stammt dieses Zitat von Altkanzler und SPD-Legende Helmut Schmidt. Pointiert fragt deshalb Gottfried Curio heute: Wann erfolgt dessen postumer Parteiausschluss? (DM)

Quelle: journalistenwatch.com vom 31.07.2020 


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3 Kommentare zu Zu schlau für die Genossen? Warum Sarrazin in Wirklichkeit aus der SPD geflogen ist

  1. gerhard sagt:

    Zu schlau für die Genossen(? ) !!!

  2. ulrike sagt:

    Warum hat er sich das jahrelang angetan? Wer die Wahrheit sagt/schreibt ist unerwünscht in diesem Land.

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