Flüchtlingskrise – Deutschlands Asylpolitik führt zu Zwei-Klassen-Gesellschaft

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Freitag, 18.03.2016, 21:45 · von FOCUS-Online-Redakteur Joseph Hausner und FOCUS-Online-Redakteur Julian Rohrer   

Flüchtlinge, Integration, Zwei-Klassen-Gesellschaft
dpa/Gregor Fischer Flüchtlinge warten vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales.

Wer aus Syrien kommt, ist im Vorteil: Experten warnen vor einer Zwei-Klassen-Gesellschaft unter Flüchtlingen. Das führe nicht nur zu Konflikten in Flüchtlingsheimen – sondern auch zu Schwarzarbeit und einem Anstieg an Kriminalität, weil die zweite Klasse in Kriminalität fliehe.

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Erst Mitte Februar hat das BKA ein neues Lagebild vorgelegt. Demnach kommt es in deutschen Flüchtlingsheimen immer häufiger zu Gewalt. In Erstaufnahmeeinrichtungen und Sammelunterkünften wurde 2015 ein starker Anstieg der Fälle von Körperverletzung und Raub festgestellt. Bei etwa der Hälfte aller Straftaten in Unterkünften sei Gewalt im Spiel gewesen, stellte das BKA fest.

Woran liegt das? Überfüllte Unterkünfte, fehlende Privatsphäre und das Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen: Die Umstände, wie Flüchtlinge in ihren Unterkünften leben, begünstigen solche Eskalationen genauso wie die Tatsache, dass Flüchtlinge häufig psychisch stark belastet und hier in Deutschland durch das Arbeitsverbot zum Nichtstun verdammt seien.

Auch Afghanen zählen zu Flüchtlingen zweiter Klasse: „Kann ich nicht nachvollziehen“

Doch vor allem in letzter Zeit ist laut Experten ein weiterer Grund hinzugekommen, der Streit zwischen Flüchtlingen provoziert. Kriminologe Christian Pfeiffer warnt vor einer „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ unter den Flüchtlingen. „Auf der einen Seite gibt es die Kriegsflüchtlinge mit guten Bleibechancen, auf der anderen Seite die Wirtschaftsflüchtlinge, die schneller von Abschiebung bedroht sind“, sagt er zu FOCUS Online. Das rufe Konflikte hervor, auch in Flüchtlingsheimen.

Kriminologe Pfeiffer sieht noch andere Gefahren dieser Zwei-Klassen-Gesellschaft unter Flüchtlingen.

„Der ersten Klasse an Flüchtlingen bieten wir Sprach- und Integrationskurse an. Dazu gehören Menschen aus Syrien, dem Irak und den arabischen Ländern“, so Pfeiffer. Die zweite Klasse an Flüchtlingen jedoch habe diese Möglichkeiten nicht. Er kritisiert vor allem, dass mittlerweile auch Menschen auf Afghanistan zur zweiten Klasse gezählt werden.

Im vergangenen Jahr hatten die Behörden in Deutschland mehr als 150.000 Afghanen als Asylbewerber registriert. „Die Afghanen sind die zweitgrößte Flüchtlingsgruppe in Deutschland nach den Syrern – und dann erklärt die Regierung Afghanistan plötzlich zum sicheren Land und fordert, Afghanen sollen in ihr Land zurückkehren. Das kann ich nicht nachvollziehen“, sagt Kriminologe Pfeiffer. Zu erwarten, dass ein Großteil der 150.000 Afghanen tatsächlich zurückkehre, sei unrealistisch.

Flucht in die Kriminalität ist vorprogrammiert

„Sie werden stattdessen eher als unwillkommene Menschen in Deutschland bleiben und illegal hier leben. Das ist es immer noch besser als in Afghanistan“, so Pfeiffer. Die Integration werde bei dieser Gruppe an Menschen jedoch versäumt. „Die Syrer nehmen engagiert an den Sprachkursen teil, die Afghanen sind völlig demotiviert und verlassen die Kurse, weil sie keinen Sinn darin sehen“, weiß Pfeiffer aus Gesprächen mit mehreren Sprachlehrern in den vergangenen Wochen.


Die Befürchtung des Kriminologen ist, dass diese Menschen anstatt sich zu integrieren zunächst schwarzarbeiten – und früher oder später in die Kriminalität flüchten könnten. „Nach einer Zeit der Ausbeutung im Niedriglohn-Sektor werden einige von ihnen versuchen, in den Bereich der Kriminalität überzuwechseln, weil man dort mehr verdienen kann.“

Gleichbehandlung von Flüchtlingen: „Erspart uns viel Schwarzarbeit und Kriminalität“

Pfeiffer fordert deshalb, die Zwei-Klassen-Gesellschaft unter Flüchtlingen nicht noch weiter zu verstärken, sondern ihr entgegenzuwirken. „Man sollte Afghanen gleichbehandeln etwa mit Irakern“, so Pfeifer. „Da kommen wir deutlich günstiger hin. Denn wir ersparen uns viel Schwarzarbeit und Kriminalität.“ Voraussetzung dafür sei allerdings, dass der Flüchtlingszustrom stark reduziert werde, so Pfeifer. Denn Deutschland müsse sich erst den Spielraum schaffen, um die bereits hier lebenden Afghanen integrieren zu können.


„Es gibt zwei Flüchtlingsgruppen: Mit und ohne Bleibeperspektive“, sagte auch Polizeigewerkschaftschef Rainer Wendt zu FOCUS Online. „Unter ihnen könnte es durchaus auch zu Verteilungsängsten kommen, was wiederum zu Spannungen führen kann.“

Es sei notwendig, dass Sicherheitsdienste und Sozialarbeiter in den Unterkünften die Spannungen frühzeitig erkennen, damit es nicht zur Eskalation kommt. „Wir werden uns damit abzufinden haben, dass wir sehr viel Geld und Personal brauchen werden, um die Unterkünfte zu unterstützen. Doch die Bereitschaft der Politik ist nicht da, diese Strukturen aufzubauen. Da ist der Staat durchweg zu schwach aufgestellt“, so Wendt.


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Quelle: Focus-online vom 18.03.2016

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