Der Angriff auf Saudiarabien soll von einer Basis in Südiran aus erfolgt sein

Bei einer Waffenschau im Juli präsentieren die Huthi-Rebellen ihre Drohnen und Marschflugkörper. (Bild: Huthi-Pressebüro / Reuters)

Bei einer Waffenschau im Juli präsentieren die Huthi-Rebellen ihre Drohnen und Marschflugkörper. (Bild: Huthi-Pressebüro / Reuters)

 

Die USA zeigen immer deutlicher auf Iran als für die Attacke auf die saudische Erdölindustrie Verantwortlichen. Nach inoffiziellen Angaben begann der Luftangriff auf einer Basis in Südiran und erfolgte über einen Umweg, um die Flugabwehr zu täuschen.

Andreas Rüesch 

Drei Tage nach dem verheerenden Luftangriff auf die wichtigste Erdölanlage Saudiarabiens hat die Regierung die Staatenwelt zu einer energischen Reaktion aufgerufen. König Salman bin Abdelaziz betonte am Dienstag an einer Kabinettssitzung in Jidda, dass Saudiarabien in der Lage sei, alleine mit den Folgen der «feigen» Attacke fertigzuwerden. Zugleich erinnerte er aber laut der staatlichen Nachrichtenagentur daran, dass es sich auch um einen Anschlag auf die weltweite Energieversorgung handle. Offenbar will das Königreich den Fall vor die Uno bringen.

 

Bisher hat Riad Iran nicht direkt der Urheberschaft bezichtigt. Aber laut Recherchen des Senders CNN sind die amerikanischen und saudischen Ermittler gemeinsam zum Ergebnis gekommen, dass der Luftangriff auf die Aufbereitungsanlage von Abkaik und das Erdölfeld Khurais von iranischem Boden aus erfolgte. Der Fernsehsender berief sich dabei auf eine ungenannte Quelle mit Kenntnis der Untersuchungsergebnisse. Die Marschflugkörper (Cruise-Missiles) und Drohnen seien «mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit» auf einem iranischen Stützpunkt in der Nähe der irakischen Grenze gestartet. Von da aus seien sie über den Irak und Kuwait in den saudischen Luftraum eingedrungen.

Im Vordergrund der neue Marschflugkörper Kuds-1: Dieser kam möglicherweise beim Angriff vom 14. September in Saudiarabien zum Einsatz. (Bild: Huthi-Pressebüro / Reuters)

Im Vordergrund der neue Marschflugkörper Kuds-1: Dieser kam möglicherweise beim Angriff vom 14. September in Saudiarabien zum Einsatz. (Bild: Huthi-Pressebüro / Reuters)

Start-Stützpunkt angeblich identifiziert

Beweise haben Saudiarabien und die USA bisher nicht vorgelegt. Aber die Eindeutigkeit, mit der vor allem in Washington auf Iran gezeigt wird, ist bemerkenswert. Regierungsquellen erklärten gegenüber der Nachrichtenagentur AFP und dem Sender CBS, dass die USA den Ausgangspunkt des Angriffs in Südiran exakt bestimmt hätten. Weshalb die angeblichen iranischen Angreifer nicht den direkten Weg über den Persischen Golf gewählt haben sollen, sondern einen Umweg über den Irak und Kuwait, ist offen. Vermutet wird, dass ein Flug über den Golf der dort präsenten amerikanischen Luftüberwachung rasch aufgefallen wäre.

Die offiziell nicht bestätigten Angaben deuten darauf hin, dass die USA bei ihrer Untersuchung einen wichtigen Schritt vorangekommen sind. Der Befund dürfte sich auf eine Auswertung von Radardaten stützen, auf die Berichte von Augenzeugen in Kuwait, die in der Nacht auf Samstag raketenartige Flugkörper beobachtet haben wollen, und nicht zuletzt auf die Analyse von Trümmerteilen und Beschädigungen an den Erdölanlagen. Amerikanische Ermittler befinden sich seit dem Sonntag an den beiden betroffenen Orten.

Ein wichtiges Indiz ist laut CNN auch, dass einige der eingesetzten Marschflugkörper ihr Ziel nicht erreichten und in der Wüste nördlich davon niedergingen. Bereits seit dem Samstag zirkuliert in sozialen Netzwerken das von einem saudischen Militärfotografen verbreitete Bild von Trümmerteilen in der Wüste, die angeblich von einem der angreifenden Flugkörper stammen.

محمد بن خالد@MbKS15

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Überprüfen lässt sich dies nicht, aber die Trümmer lassen sich mit einiger Sicherheit als Teile eines Marschflugkörpers namens Kuds-1 identifizieren, den die von Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen in ihrem Arsenal haben. Ein Exemplar präsentierten sie im Juli bei einer Waffenschau. Das Missil ist laut Experten mit einem tschechischen Turbojet-Triebwerk ausgestattet und kam bereits früher bei Luftangriffen zum Einsatz. Dass es nicht ein Eigenbau der Huthi ist, sondern auf iranische Technologie zurückgeht, gilt als wahrscheinlich. Ob die anfangs nur auf kurzen Distanzen eingesetzten Kuds-1 eine genügend grosse Reichweite haben, um von Südiran bis Abkaik zu gelangen, ist allerdings nicht bekannt. Es handelt sich um eine Strecke von mindestens 600 Kilometern.

Mapbox

Abkaik
Khurais
300 km

Der amerikanische Präsident Trump zeigte sich bei einem Treffen mit dem König von Bahrain am Montag überzeugt, dass die Untersuchung bald abgeschlossen sein werde. Derzeit sehe es ganz danach aus, dass Iran verantwortlich sei. Zum weiteren Vorgehen äusserte sich Trump jedoch widersprüchlich. Einerseits unterstrich er, dass er keinen Krieg wolle. Anderseits erklärte er mit drohendem Unterton: «Das war ein sehr grosser Angriff, und er könnte sehr leicht mit einem viel, viel grösseren Angriff unseres Landes beantwortet werden.» Laut Trump soll Aussenminister Pompeo bald zu Beratungen nach Saudiarabien reisen. Der Präsident betonte, dass die Saudi bei einer allfälligen Militäraktion eine wichtige Rolle zu spielen hätten und für die amerikanische Hilfe bezahlen müssten.

Quelle: Neue Zürcher Zeitung vom 17.09.2019


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4 Kommentare zu Der Angriff auf Saudiarabien soll von einer Basis in Südiran aus erfolgt sein

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  2. Ulrike sagt:

    Soll erfolgt sein – ist das bewiesen ?

  3. Kleiner Grauer sagt:

    Wenn es dem Iran gelungen wäre die US Technik am Boden und bis in das All zu überlisten, hätte der Ami schon längst die Leiter angelegt und wäre zu seinen Satelliten geklettert um die per Hand neu zu programmieren. Am Boden müssten die auch alles umstellen, DIE würden wackeln wie „IM Erika“ bei der Hymne. Es wären schon längst Generäle gefeuert worden. Der Geheimdienst hätte auch schon einen Neuen! Der NATOT hätte sich schon ins Koma gesoffen.
    Der Ami hat schon ab und zu Beweise vorgelegt die primitivst gefälscht waren. MH 17 bestes Beispiel…
    Es tut sich nichts DIE waren es selbst.

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