Massenentlassungen statt Klimawandel: Warum wir freitags bald ganz andere Demos sehen

Gastbeitrag von Marc Friedrich und Matthias Weik

Matthias Weik und Marc Friedrich haben mit ihrem Buch Der Crash ist die Lösung einen Beststeller gelandet

Christian Staehle, AspergMarc Friedrich (l.) und Matthias Weik haben mit ihrem Buch „Der Crash ist die Lösung“ einen Beststeller gelandet
  • FOCUS-Online-Experte Marc Friedrich

    FOCUS-Online-Experte Matthias Weik

Montag, 08.07.2019, 17:31

Immer mehr Unternehmen entlassen ihre Angestellten: Viele von ihnen werden nie wieder einen Job finden. E-Autos kommen nicht auf die Straße – weil uns die Infrastruktur fehlt. Doch statt über Strukturprobleme reden wir nur über das Klima: Diese Debatte ist eine gefährliche Blase der Großstädte.

Alle reden über das Klima und die Jugend geht auf die Straße. Doch keiner spricht über das Wirtschaftsklima. Niemand geht gegen die vollkommen irrsinnige Notenbankpolitik der Europäischen Zentralbank auf die Straße, die Zombieländer und schwach aufgestellte Unternehmen um jeden Preis am Leben hält.

  • Warum demonstriert niemand dagegen, dass nachweislich 648 Milliarden Euro an Zinsen dem deutschen Sparer entgangen sind?
  • Warum demonstriert niemand dagegen, dass mittlerweile 25 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland im Niedriglohnsektor tätig sind und folglich gegen die kommende Altersarmut?
  • Warum demonstriert niemand dagegen, dass wir mit die höchste Steuer- und Abgabenlast weltweit haben?

Stattdessen: Einerseits werden weitere Erhöhungen der Abgaben für uns Bürger gefordert, anderseits spricht aber keiner von Steuersenkungen.

Über die Autoren

Marc Friedrich und Matthias Weik sind studierte Ökonomen. Sie halten Vorträge und schreiben Bücher („Der Crash ist die Lösung“). Außerdem bieten sie als Honorarberater Beratung zur Vermögenssicherung an.

Rezession kommt – und zwar knallhart

Unser Land steht vor einer wesentlich gewaltigeren Krise, welche offenkundig keiner erkennt beziehungsweise wahrhaben möchte: Rezession. Die fetten Jahre des Exportweltmeisters Deutschland sind endgültig vorbei. Der saisonbereinigte und reale Auftragseingang der deutschen Industrie sank im Mai 2019 um 8,6 Prozent zum Vorjahresmonat! Es geht im Vergleich zum Vorjahresmonat den zehnten Monat in Folge abwärts!

querschuesse.de

Erste Unternehmen kündigen Entlassungen an und viele werden folgen. Die Deutsche Bank  wird 18.000 Stellen abbauen, BASF  6000. Auch Bayer Siemens  und Thyssen haben bereits mit massiven Stellenstreichungen begonnen oder entsprechende Pläne angekündigt. Bei Ford  sind allein in Köln 3800 Jobs betroffen.

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Kurzarbeit, Abfindungen, Entlassungen, Arbeitslosigkeit und explodierende Sozialkosten werden bald die Schlagworte in den Medien sein und keiner wird mehr über Fachkräftemangel, geschweige denn von Klimawandel sprechen.

Automobilindustrie stürzt ab

Mittlerweile sieht es in Deutschlands Schlüsselindustrie rabenschwarz aus. Die PKW-Produktion sank im Juni 2019 um sage und schreibe 24,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. In den ersten sechs Monaten 2019 ist ein Minus von 12,5 Prozent zu verzeichnen. Bereits 2018 war die Produktion um 9,4 Prozent zum Vorjahr eingebrochen!

Nun sprechen alle von Elektromobilität – doch keiner hat einen Plan, wie diese in großem Stil umgesetzt werden soll. Zweifellos kann man sich in den Großstädten unseres Landes dank öffentlichen Nahverkehrs zumeist adäquat auch ohne Auto fortbewegen. Jedoch leben nicht alle Bürger in Berlin Prenzlauer Berg, sondern auch auf dem Land und dort sind die Distanzen etwas größer und es gibt zumeist keine Alternative zum Auto.

Diese Erkenntnis scheint sich jedoch in der politischen Filterblase der städtischen Ballungsräume nicht durchzusetzen. Sollte das Thema Elektromobilität genauso dilettantisch wie die so genannte Energiewende – Deutschland hat nach Dänemark die zweithöchsten Strompreise in Europa – umgesetzt werden, dann gute Nacht Deutschland.

Kampf gegen das Auto geht weiter

Dennoch geht der Kampf gegen das Automobil und insbesondere gegen große und hochpreisige Automobile, also in dem Bereich, in dem Deutschland global führend ist, unvermindert weiter. Exakt mit diesen Fahrzeugen verdienen jedoch AudiBMW  und Daimler  ihr Geld – und eben nicht mit Klein- und Mittelklassewagen. Wenn wir tatsächlich unsere Fahrzeugindustrie – welche 21 Prozent unseres BIP ausmacht – weiter zerstören, dann müssen die Konsequenzen daraus jedem bewusst sein.

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Ein kleiner Blick auf den Länderfinanzausgleich ist hierbei durchaus hilfreich. Im Länderfinanzausgleich sind im vergangenen Jahr Rekordsummen geflossen. Bayern zahlte mit 6,67 Milliarden Euro den bislang höchsten Betrag, gefolgt von Baden-Württemberg mit knapp 3,1 Milliarden Euro. Berlin bekam mit gut 4,4 Milliarden Euro unter den Empfängerländern die höchste Summe. Wie würde denn beispielsweise Berlin dastehen, und wie wäre die Stimmung im Epizentrum der realitätsfernen Politik, wenn der Geldfluss aus Baden-Württemberg und Bayern nicht mehr fließt?

Deutschland hat den Anschluss schon verpasst

Fakt ist: Der Klimawandel kommt – und zwar zuallererst in der Wirtschaft. Deutschland hat in puncto Digitalisierung den Anschluss an das 21. Jahrhundert bereits verpasst, und dies wird sich in Kürze bitter rächen. Dennoch ruht man sich auf den Lorbeeren und dem Geld aus Wirtschaftsbereichen aus, die momentan in die Knie gehen. Gleichzeitig werden weiterhin großzügig Steuergelder an die EU und den Rest der Welt verteilt.

Beispielsweise hat Deutschland allein China, ein Land, das selbst beispielsweise massiv in Afrika investiert, im Jahr 2017 mit 630 Millionen Euro „gefördert“. Jedem muss klar sein: Wir haben den Wohlstand nicht ewig gepachtet. Dennoch verspielt die Politik unseres Landes fahrlässig unseren Wohlstand auf Kosten einer pervertierten Wohlstandsdiskussion. Der kommende Klimawandel in der Konjunktur wird alle irrelevanten Scheindebatten im Keim ersticken.

Bald werden wir freitags ganz andere Demonstrationen erleben

Diese hitzigen Diskussionen, diese Hysterie erinnern an die berühmte spätrömische Dekadenz. Und sie sind ein warnendes Vorzeichen für den Absturz: Für viele, die heute demonstrieren, wird es morgen in Deutschland keine Arbeitsplätze geben.


Kräutergott.de

Sobald sich das wirtschaftliche Klima gravierend ändert und immer mehr Menschen ohne Arbeit und Zukunftsperspektive auf der Straße stehen, werden wir freitags ganz andere Demonstrationen erleben. Doch dann ist es zu spät.

Quelle: Focus-online vom 08.07.2019 


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5 Kommentare zu Massenentlassungen statt Klimawandel: Warum wir freitags bald ganz andere Demos sehen

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  2. birgit sagt:

    Der Zusammenbruch steht vor der Tür !
    Die Schlafschafe werden ihr blaues Wunder erleben. Und die Düngemitteljugend wird lernen müssen mit Armut um zu gehen.

  3. Ulrike sagt:

    Die deutsche Bank hat schon angefangen Massen zu entlassen.
    Das werden andere Firmen etc. auch tun müssen.

    Die dumme Jugend wird noch viel mehr lernen müssen……. auf die blöden Gesichter freu ich mich schon.

  4. Wer nur an „Arbeiten“ gehen und „Geld verdienen“ glaubt, bewegt sich tatsächlich in „finanzieller Freiheit“, die Invertierung der Freiheit selbst.

    • birgit sagt:

      Die Menschen denken nicht nur an Geld verdienen ! Da liegst Du falsch !

      Sie werden gezwungen immer mehr zu arbeiten, damit die vielen erfundenen Forderungen der Plünderer erfüllt werden können.
      Das nennt sich dann Gesetz und Staatlichkeit !
      Ich nenne das Parasitentum !

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