Aurelia Stiftung – Luftnummer beim Insektenschutz: Aurelia Stiftung kritisiert Aktionsprogramm der Bundesregierung gegen das Insektensterben

 
Luftnummer beim Insektenschutz: Aurelia Stiftung kritisiert Aktionsprogramm der Bundesregierung gegen das Insektensterben

 

 

Berlin (ots) – Das heute von der Bundesregierung beschlossene „Aktionsprogramm Insektenschutz“ wird dem Insektensterben nicht gerecht. Die darin gefassten, unverbindlichen Absichtserklärungen führen am Kern des Problems vorbei und werden wahrscheinlich weitgehend wirkungslos bleiben.

Um die dramatische Lage der Insekten in Deutschland zu verbessern, brauchen wir nicht nur sinnvollere Regelungen für den Pestizideinsatz in Schutzgebieten, sondern vor allem klare politische Weichenstellungen für einen landwirtschaftlichen Systemwandel hin zu einer möglichst pestizidfreien, ökologischeren Bewirtschaftung unserer Äcker, Wiesen und Wälder.

Insektenfördernde Maßnahmen durch die Landwirtschaft würden im Aktionsprogramm Insektenschutz zwar thematisiert, aber nicht durch konkrete Handlungsmaßnahmen und Regelungen flankiert, sagt Johann Lütke Schwienhorst, Agrarreferent der Aurelia Stiftung: „Die gegenwärtige Agrarpolitik, die nach wie vor eine industrielle Intensivierung der Landwirtschaft forciert, gefährdet die Existenz von Insekten und Landwirt*Innen gleichermaßen. Das Insektensterben und Höfesterben in unseren ländlichen Regionen haben in dieser Hinsicht ein und dieselbe Ursache. Um dieser Ursache zu begegnen, brauchen wir weit mehr konkrete Schritte als nur eine Pestizidreduktion in Schutzgebieten und auf Gewässerrandstreifen. Wir brauchen eine Landwirtschaftspolitik, die Vielfalt statt Einfalt fördert und diese Vielfalt nicht bloß auf die im Aktionsprogramm vereinbarten „Refugialflächen“ zur Pestizidkompensation am Ackerrand beschränkt.

Ausgerechnet in dem wichtigsten Bereich – der Landwirtschaft – bleibt das Aktionsprogramm Insektenschutz ambitionslos und zaghaft. Dabei bestehen längst ausgereifte Konzepte zur Qualifizierung der EU-Subventionen zum Wohl von Insekten, Bäuerinnen und Bauern. Alle wohlklingenden, unverbindlichen Bekenntnisse zu mehr Insektenschutz in der Landwirtschaft sind scheinheilig, solange Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sich bei entscheidenden Abstimmungen wie vor wenigen Wochen über die europäischen „Bienenschutz-Leitlinien“ („Guidance on risk assessment on bees“) für eine Abschwächung der Risikobewertung von Pestizidwirkstoffen für Insekten in der EU einsetzt.“

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat sich zwar mit der Forderung nach Gewässerrandstreifen und neuen Regelungen für den Pestizideinsatz in Schutzgebiete durchsetzen können. Die nun vereinbarten, spezifischen Regelungen zu unterschiedlichen Gewässertypen mit unterschiedlich breiten Randstreifen sind jedoch praxisfern und eine tatsächliche Umsetzung scheint fraglich. Die Bundesregierung hätte sich hierbei den Gesetzentwurf der von der Aurelia Stiftung mitinitiierten Volksinitiative „Artenvielfalt retten – Zukunft sichern“ in Brandenburg zum Vorbild nehmen können. Dieser schafft für Bäuerinnen und Bauern klare, praktikable und zu Ende gedachte Regelungen für die notwendigen Einschränkungen von Pestiziden in Schutzgebieten und auf Gewässerrandstreifen.

Bei dem immer wieder aufgeschobenen Glyphosat-Ausstieg hat sich die Regierung nun endlich auf ein klares Datum verständigt. Bis 2023 soll der Ausstieg vollzogen sein. Einen konkreten Fahrplan für diesen Ausstiegsprozess bleibt die Regierung weiterhin schuldig und verweist stattdessen auf andere, noch gar nicht existente Programme wie die ebenfalls seit Langem angekündigte „Ackerbaustrategie“. Weit dringender als ein Ausstiegstermin in weiter Ferne werden konkrete Fördermaßnahmen benötigt, um landwirtschaftlichen Betrieben Alternativen zum Glyphosateinsatz aufzuzeigen und eine schrittweise Umstellung etwa zu weiteren Fruchtfolgen sowie einer mechanischen Boden- und Unkrautbearbeitung zu ermöglichen.

Quelle: Nachrichtenagentur ADN (SMAD-Lienz-Nr. 101 v. 10.10.46) vom 06.09.2019 


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9 Kommentare zu Aurelia Stiftung – Luftnummer beim Insektenschutz: Aurelia Stiftung kritisiert Aktionsprogramm der Bundesregierung gegen das Insektensterben

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  2. gerhard sagt:

    Betreffs Pestzit-Einsatz sollte man auch Brüssel an die Gurgel gehen. Und zum Höfe-Sterben nur so viel…die Schwalben sind aus manchen Regionen ganz verschwunden.

  3. Kleiner Grauer sagt:

    Entscheidend ist wem die Chemikonzerne gehören. Die interessiert nur der Gewinn, wer an dem Zeug verreckt ist Denen egal. Für ein Gift bringen DIE ein Gegengift-es ist alles Geschäft, alles eine Verwandtschaft. Gerhard: Es stimmt. Die Schwalben finden nicht mehr genug Insekten zum füttern.

    • birgit sagt:

      Bei uns wohnen etwa 200 Schwalben, also mit der Nachzucht von diesem Jahr. Die scheißen uns die Gebäude voll. Aber wir ertragen das. Wird eben im Herbst mit Hochdruckgerät abgewaschen.

      • Kleiner Grauer sagt:

        Durch Deine Tiere im Stall stimmt auch die Temperatur. Bei mir ist es kalt wie im Keller. Die LBG Ställe gibt es auch nicht mehr.

        • birgit sagt:

          Die meisten der Schwalben haben aber unter der Traufe gebaut, da sind allein 14 Nester. Der Rest hat sich in den Ställen verteilt.
          Vor einiger Zeit waren ein paar Bruchpiloten abgestürzt, da kamen die Alten bis zu mir in die Küche geflogen und machten einen riesigen Radau.
          Ich mußte raus und die Leiter holen, die haben mich regelrecht genötigt, mit Tiefflug über meinem Kopf. Angekommen an der Absturzstelle sah ich auch warum. Das saß schon mein Kater und glotzte ganz genüßlich. Der erhiel Abmarschbefehl und ich verfrachtete das Jungvolk in’s Nest.
          Die Alten saßen auf der Stromleitung als Beobachtungsposten und waren ganz ruhig.

          Nachdem die Ordnung wieder hergestellt war, kehrte Ruhe ein.
          Ich frage mich, woher wissen die Tiere das sie mich holen sollten ?

          Und das ein junger Rotfuchs bei mir im Hühnernest schläft und mit dem Hund Freundschaft geschlossen hat, hatte ich Dir schon erzählt. Der klaut auch nicht, außer mal ein Ei, aber das sehe ich nicht.

          Irgendwie ist hier eine andere Welt.
          Mögen Idioten fern bleiben und uns in Ruhe lassen. Da draußen herrscht Habgier und Krieg !

  4. Ulrike sagt:

    Hat die Weinkönigin aus der Pfalz schon mal was richtig gemacht?
    Die kriecht doch nur den chemiekonzern in den Hintern.

    Was da unverbindlich beschlossen wurde ist nur Augenwischerei.

    Handelt endlich richtig. Ihr werdet schliesslich vom Volk jeden Monat fürstlich bezahlt.

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