Tucher-Chef: Kein Bier für rechtsextreme Gäste Brauerei-Boss Höfler appelliert an Pächter – Kritik am Gaststättenverband

24.03.2016 06:00 Uhr

NÜRNBERG – Tucher Bräu-Geschäftsführer Fred Höfler will sein Bier nicht an Gäste mit rechtsextremem Gedankengut ausschenken. Rund 600 Pächter werden demnächst Post von ihm erhalten.

Kein Bier für rechtsextreme Gäste: So sieht es Tucher Bräu-Geschäftsführer Fred Höfler.
Kein Bier für rechtsextreme Gäste: So sieht es Tucher Bräu-Geschäftsführer Fred Höfler. © Hans-Joachim Winckler
Höfler war von der Wahlparty der rechtspopulistischen AfD in der Lederer Kulturbrauerei nicht begeistert: „Ich hatte Angst um die Gäste und um das Objekt.“ Die Wahlparty der AfD Mitte März in der Lederer Kulturbrauerei löste im Internet einen Shitstorm aus. Gäste kritisierten, dass Wirt Karl Krestel die Rechtspopulisten hineingelassen hat. Der wehrte sich.

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„Ich hätte Karl Krestel geraten, die AfD in der schwierigen Situation nicht reinzulassen“, sagt Brauereichef Fred Höfler. Doch die Verträge der Wirtsleute mit der rechtspopulistischen Partei seien bereits unterschrieben gewesen. „Und an Verträge muss man sich halten“, sagt Höfler.

Er rate nicht grundsätzlich den Pächtern der Brauerei davon ab, die AfD reinzulassen. „Das ist eine reguläre, gewählte Partei.“ Doch Gäste mit rechtsextremem Gedankengut möchte er gerne draußen halten. „Wir prüfen jetzt wie viele unserer Pächter größere Räume für Veranstaltungen haben, an die schicken wir die Info-Broschüren der Allianz gegen Rechtsextremismus raus.“ Höfler geht davon aus, dass 600 bis 700 von insgesamt 4000 Wirten in der Metropolregion demnächst Post von Tucher bekommen werden.

 

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Die Broschüre klärt Wirte darüber auf, wie sie sich davor schützen können, unwissentlich Räume an Rechte zu vermieten. Eine Strategie extremer Gruppierungen sind Pseudo-Reservierungen unter privatem Namen.

Auf diesem Weg hätten auch Nügida-Anhänger den Weg in die Lederer Kulturbrauerei gefunden, sagt Höfler. „Sie hatten dort einen Stammtisch und den Wirtsleuten Krestel fiel das nur auf, weil sie bei der Reservierung den Namen eines Nügida-Aktivisten erkannten.“ Sie hätten damals von ihrem Hausrecht Gebrauch gemacht und die Braunen, in deren Umfeld oft auch Rechtsextremist Rainer Biller auftauchte, nicht mehr reingelassen.


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Kritik gibt es indes am Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Nürnberg, der im Umgang mit Rechtsextremen sehr zurückhaltend agiert. „Bei unserer Kampagne gegen Rechts 2012 hat sich der Verband nicht so engagiert, wie wir uns das gewünscht hätten“, sagt der Vorsitzende der Allianz gegen Rechtsextremismus, Stephan Doll. Dehoga Nürnberg wollte nun laut Kreisvorsitzendem Stefan Rottner bei seiner Mitgliederversammlung vergangene Woche über den Umgang mit Rechtsextremen diskutieren. Doch die Debatte fand nicht statt.


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Quelle: nordbayern.de vom 24.03.2016


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