Geschäft von AfD-Politiker mit Farbe beschmiert – Staatsschutz ermittelt in Münster

 

Münster – Das Geschäft von AfD-Ratsherr Martin Schiller wurde am Montagmorgen Ziel einer Attacke: Unbekannte beschmierten das Wohn- und Geschäftshaus an der Warendorfer Straße großflächig mit Farbe und Schriftzügen. Der Staatsschutz übernimmt die Ermittlungen.

Von Markus Kampmann

Montag, 09.09.2019, 10:52 Uhr  aktualisiert: 09.09.2019, 16:07 Uhr
Staatsschutz ermittelt: Geschäft von AfD-Politiker mit Farbe beschmiert
Unbekannte beschmierten am Montagmorgen ein Wohn- und Geschäftshaus an der Warendorfer Straße großflächig mit Farbe und Schriftzügen. Foto: Matthias Ahlke
 

Die Tat hat sich nach Polizeiangaben am frühen Morgen gegen 5 Uhr ereignet. Die unbekannten Täter warfen vermutlich Beutel mit roter Farbe gegen die Schaufensterscheibe des Textilunternehmens an der Warendorfer Straße in Höhe der Albertstraße.

Außerdem sprühten sie schwarze Schriftzüge auf den Gehweg und die Scheiben. Die Botschaften richten sich gegen die Partei AfD. Einige Farbspritzer trafen nach Polizeiangaben auch die Fenster der Wohnungen im ersten Stock.

Schon mehrfach attackiert

Martin Schiller , der für die münsterische AfD im Stadtrat sitzt und das Geschäft für Stickerei und Textildruck im Erdgeschoss des Hauses betreibt, spricht gegenüber unserer Zeitung von einem „eindeutig linksextremistischen Anschlag“. Schon mehrfach sei sein Ladenlokal Ziel derartiger Angriffe geworden. Vor rund einem Jahr beispielsweise hätten Unbekannte Buttersäure unter dem Türschlitz hindurch gespritzt, „das stinkt ja bestialisch“, so Schiller. Auch wenn das Ladenlokal angemietet sei, werde er für die Schäden aufkommen müssen. Im Tagesverlauf werde sich eine Fachfirma die Schmierereien anschauen. Beeinflussen lassen werde er sich dadurch aber nicht, betont er: „Die kriegen mich nicht klein.“

Schlimm finde er, dass durch die Taten auch Unbeteiligte getroffen würden, sagt Schiller: „Wir haben ja noch andere Unternehmungen neben mir und über mir. Die wollen einfach nur in Ruhe ihre Geschäfte machen.“ Traurig finde er zudem die fehlende Reaktion anderer Politiker: „Es gibt keinen Aufschrei der anderen politischen Parteien“, meint Schiller.

Politiker verurteilen Tat

Reaktion indes ließen am Montag nicht lange auf sich warten. Stephan Orth , Vorstandssprecher der Grünen in Münster, verurteilte die Farb-Attacke umgehend auf der Facebook-Seite unserer Zeitung: „Solche Aktionen sind durch nichts zu rechtfertigen. Auch ich finde die Politik der AfD nicht hinnehmbar – keine Frage“, schrieb Orth. „Aber solche Mittel sind undemokratisch und zu verurteilen.“ Dabei sei es egal, wer Betroffen sei. „Es muss andere Wege geben, die AfD politisch zu bekämpfen“, so Orth.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Weber verurteilte die Tat ebenfalls: „Der Farbanschlag ist inakzeptabel und erschwert die notwendige politische Auseinandersetzung mit der AfD“, schrieb er in einer Pressemitteilung. Und weiter: „Der Gewalt gegen Sachen folgt die Gewalt gegen Personen. Sie darf niemals Mittel der politischen Auseinandersetzung sein.“

„Gewalt darf niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung gegenüber Andersdenkenden sein, völlig egal, gegen wen oder was die Motive dafür sind“, äußerte sich auch Manuel Las­casas (FDP). „Wer ein solches Verbrechen verübt, muss konsequent bestraft werden“, fordert der Vorsitzende der Freien Demokraten Altstadt in einer Mitteilung.

Da die Polizei von einer politisch motivierten Tat ausgeht, übernimmt der Staatsschutz die Ermittlungen, bestätigte Polizeisprecher Andreas Bode auf Nachfrage. Die Polizei ist nun auf der Suche nach Zeugen, die etwas Auffälliges beobachtet haben. Diese werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0251/2750 zu melden.

Quelle: Westfälische Nachrichten vom 09.09.2019 


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4 Kommentare zu Geschäft von AfD-Politiker mit Farbe beschmiert – Staatsschutz ermittelt in Münster

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  2. Annette sagt:

    Paperlapap, nur „Reichsbürger“ sind die wahre Gefahr, denn sie haben das zarte Gras beschädigt, welches an das Deutsche Reich nicht mehr erinnern sollte…

  3. Ulrike sagt:

    Hoffentlich erwischen sie mal dieses Dreckspack das so was macht.
    Dann ab ins Bergwerk zum Steine klopfen.

  4. Kleiner Grauer sagt:

    „Ermittelt?“ Das sind nun drei Wochen schlafen am „Arbeitsplatz“ Dann wird der §152a vergeben!

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