Totales Flüchtlings-Chaos auf Inseln in Griechenland

10. August 2015

Laut der FRONTEX trafen auf den Inseln Griechenlands allein im Juli 2015 über 50000 Immigranten ein, während von Seite der UN von einem totalen Chaos gesprochen wird.

Das Flüchtlingskommissariat der UN fordert Griechenland auf, das „totale Chaos“ auf den Inseln, auf denen tausende illegale Immigranten an Land gingen, unter Kontrolle zu bringen, aber auch die Länder der EU, „mehr zu tun um die Last zu verteilen, die Griechenland auf sich nimmt, wo allein im Juli 50.000 Flüchtlinge eintrafen„.

Wie der Leiter des Kommissariats für Europa, Vincent Kostel – der die griechischen Ägäis-Inseln Lesbos, Kos und Chios besuchte – erklärte, „ist die Lage in Bezug auf Trinkwasser, medizinische Versorgung, Lebensmittelhilfe völlig unzureichend. Auf den meisten Inseln besteht keine Möglichkeit zur Aufnahme, die Menschen schlafen nicht einmal unter irgendeinem Dach„.

Angst vor Ausnutzung des Flüchtlings-Problems für politische Zwecke

Auf den (Ägäis-) Inseln herrscht das totale Chaos. Nach ein, zwei Tagen werden die Menschen nach Athen gebracht, es gibt nichts, was sie in Athen erwartet„, betonte Vincent Kostel und fügte an: die griechischen Behörden „müssen die Leitung übernehmen und die Antwort koordinieren, ich habe niemals eine solche Situation gesehen„. Er äußerte auch die Beunruhigung der Organisation über die Lage, „in der niemand wirklich übernimmt, die Antwort zu leiten, was es für die humanitären Organisationen sehr schwer macht, sich an den Bemühungen zu beteiligen„.

Vincent Kostel brachte weiter seine Beunruhigung über die Möglichkeit zum Ausdruck, dass die Situation in Griechenland sich verschlimmert oder gar Gegenstand der „Ausnutzung“ für politische Zwecke wird, und ergänzte: „Die höchste Priorität ist, nicht zuzulassen, dass anderswo in Europa weitere Calais entstehen.

Beunruhigende Daten der Frontex über Immigrantenstrom

Laut den am 07 August 2015 von der Europäischen Kommission präsentierten neuen Angaben der Frontex trafen in Griechenland allein im Juli 2015 mehr als 50.000 Immigranten ein. Natasha Berto, Sprecherin des Kommissars für Migration, Dimitris Avramopoulos, sprach von einer „Rekordzahl“, die bereits jetzt die Anzahl der Ankünfte (illegaler Immigranten) in Griechenland für das gesamte Jahr 2014 übersteigt.

Zusätzlich teile Natasha Berto mit, Griechenland habe für die Periode 2014 – 2020 von der Kommission für die Handhabung der Immigrantenflüsse mehr als 320 Millionen Euro zu erhalten [260 Mio. Euro von dem Asyl-, Migrations- und Integrations-Fonds (AMIF) und 166 Mio. Euro von dem Fonds für innere Sicherheit (ISF)]. Wie sie anführte, könnte die erste Auszahlung europäischer Hilfe, die sich auf ungefähr 3% des von dem AMIF zur Verfügung stehenden Gesamtbetrags belaufen wird, sogar noch in der kommenden Woche möglich werden, sobald das nationale Programm Griechenlands von dem in Rede stehenden Fonds genehmigt wird.

Weiter bezog Natasha Berto sich auf das am 07 August 2015 erfolgte Treffen des griechischen Premierministers Alexis Tsipras mit Faktoren der zuständigen griechischen Behörden bezüglich des Themas und meinte, Ziel sei, dass von der Regierung in den kommenden Tagen ein für die Verwaltung der Gelder zuständiges Organ eingesetzt wird.

(Quelle: tvxs.gr)

Wie lange werden sich die „Partner“ noch freikaufen können?

Ergänzend sei angemerkt, dass die Situation speziell auf den „touristischen“ (Ägäis-) Inseln Griechenlands inzwischen wiederholt auch Gegenstand diverser Reportagen ausländischer Medien war. Dabei klang nicht selten unverblümt durch, dass die Touristen sich von dem allgegenwärtigen Elend der – sei es als illegale Immigranten, Flüchtlinge oder wie auch immer charakterisierten Ankömmlinge – belästigt oder sogar auch bedroht fühlen.

Bezeichnenderweise erklären dagegen die meisten der (überwiegend über die Türkei) nach Griechenland eingeschleusten „illegalen“ Immigranten, auf keinen Fall in Griechenland bleiben, sondern vorrangig nach Deutschland, England oder Skandinavien gelangen zu wollen.

In diesem Sinn steht es jedem frei, die von der EU bereit bzw. unter signifikanten Vorbehalten und Restriktionen in Aussicht gestellten „Hilfsgelder“ dem jeden Tag anwachsenden Potential der inzwischen in Griechenland „geparkten“ und zu fast allem entschlossenen verzweifelten Menschenmengen gegenüber zu stellen und sich zu fragen, wie lange der aus der „Portokasse“ der EU finanzierte Damm noch standhalten wird … .

Quelle: griechenland-blog.gr vom 10.08.2015

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