Flüchtlingskrise: Serbien über Verhalten der Nachbarländer besorgt

Ungarische Polizei hält einen syrischen Migranten fest (Archivbild)© REUTERS/ Bernadett Szabo

Besatzungsrecht-Amazon

Serbien soll eine Sondertagung des Büros für Koordinierung der Sicherheitsdienste durchführen, um das Land vor den Auswirkungen der Flüchtlingskrise zu schützen, wie die staatliche serbische Nachrichtenagentur Tajug unter Berufung auf den serbischen Minister für Arbeit und Sozialschutz, Alexander Wulin, am Donnerstag berichtet.

Zuvor hatten die Behörden des benachbarten Ungarns ein neues Regime der Grenzkontrolle zu Serbien eingeführt. Es werden Hubschrauber, Panzerfahrzeuge, Pferdepatrouillen, Diensthunde sowie ein doppelter Personalbestand der Armee und 6.000 Polizisten eingesetzt, um in der acht Kilometer breiten Grenzzone Migranten aufzuspüren und in die serbische Grenzortschaft Horgoš  und zu den Asylantragspunkten zurückzubringen.

Laut dem serbischen Radiosender B92 hat Ungarn in einer Nacht 190 Flüchtlinge nach Serbien abgeschoben. Insgesamt wollen die ungarischen Behörden 17.000 Menschen in kleinen Gruppen nach Serbien zurückbringen.

Wulin zufolge sind in einer Nacht  334 Menschen aus Bulgarien und weitere 158 aus Mazedonien gekommen. Dabei handele es sich nur um registrierte Migranten.

„Ich will die serbische Öffentlichkeit darüber informieren, dass ich den Ministerpräsidenten Aleksandar Vučić aufgefordert habe, eine Sondertagung des Büros für Koordinierung der Sicherheitsdienste durchzuführen, um zu entscheiden, wie wir unser Staatsgebiet schützen sollen angesichts dessen, wie sich unsere Nachbarn verhalten“, zitiert die Nachrichtenagentur Tanjug den serbischen Arbeitsminister.

Er habe zudem Angaben über den von der kroatischen Staatsführung behandelten Plan zum Aufbau von Schutzeinrichtungen  an der Grenze sowie  über den erwarteten angestiegenen Zuzug von Flüchtlingen bekommen.

„Es kann sein, dass wir das Problem der Flüchtlingskrise alleine lösen müssen. Anscheinend werden unser guter Wille, unsere Arbeit und unsere Mühe, die Flüchtlinge möglichst menschlich zu behandeln, von einigen als ein Anzeichen unserer Schwäche aufgefasst. Niemand schätzt sie“, so Wulin.

Laut der serbischen Regierung sind während der Flüchtlingskrise  rund 620.000 Migranten aus dem Nahen Osten und aus Afrika durch das Land gekommen.

Quelle: Sputnik vom 07.07.2016

Dieser Beitrag wurde unter Aktuell, Geschichte, Kultur, Nachrichten, Politik, Soziales, StaSeVe Aktuell, Völkerrecht, Wirtschaft, Wissenschaft abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.
0 0 votes
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments